101 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt
Bild: Stempfle
Im Bereich für Gemüse und Salat helfen (v. l.) Maria Eikerling und Karin Spliethoff den Kunden des Beelener Warenkorbs bei der Auswahl. Ferdi Zelleröhr zählt die Kartoffeln.
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Einmal in der Woche können Berechtigte beim Warenkorb einkaufen, 101 Haushalte versorgt der gemeinnützige Verein derzeit mit Lebensmitteln. Bei der ersten Ausgabe waren es nur 20 Haushalte. Das ist vier Jahre her.

Einen ordentlichen Sprung nach oben hat die Anzahl der Personen gemacht, die auf die Versorgung durch den Warenkorb angewiesen sind – und diesen auch nutzen. Doch die Anzahl derer, die berechtigt sind, dort für einen schmalen Betrag einzukaufen, liegt höher. „Auch in Beelen gibt es einen großen Anteil an verdeckter Armut“, weiß Bernd Hövener aus dem Vorstandsteam. Im Laufe der vergangenen Monate hat sich die Kundenstruktur geändert: „Im Moment kommen viele Einzelpersonen und weniger Familien. Das liegt unter anderem daran, dass auch die 52 Flüchtlinge, die der Gemeinde Beelen zugewiesen worden sind, berechtigt sind, hier einzukaufen“, erklärt Peter Gagsch.

Die Verständigung mit den Kunden, die einen Migrations- oder Fluchthintergrund haben, klappt mal besser, mal schlechter. „Wir versuchen es mit Englisch und oft mit Händen und Füßen“, sagt Hövener und lacht. Für die Fälle, in denen die sprachlichen Hürden zu groß sind, haben die Mitarbeiter des Warenkorbs Bilder aufgehängt. Dort sind unter anderem Symbole für Fisch, Schwein und Rind zu sehen, auf die die Kunden zeigen können. Um möglichst viele Berechtigte zu erreichen, hat der Warenkorb einen Flyer erstellt, der in bislang vier Sprachen die wichtigsten Informationen zusammenfasst. Ein weiterer in arabischer Sprache ist in Vorbereitung.

Ein Mann betritt den Warenkorb. Er schiebt einen Rollstuhl, in dem seine betagte Mutter sitzt. „Wir sind jede Woche hier, die Rente meiner Mutter reicht eben so, dass sie über die Runden kommt. Der Warenkorb hilft ihr ungemein“, erklärt er. Seine Mutter hat bereits die Auslagen inspiziert. Zielgerichtet greift sie zu: Möhren, Salat und Gemüse wandern in den Einkaufskorb. „Ich nehme nur so viel, wie ich für eine Woche benötigte“, sagt sie. Ihr gefalle es überhaupt nicht, Lebensmittel zu verschwenden oder gar in den Müll zu werfen. „Was ich nicht benötige, brauchen andere“, sagt sie. Es ist genau diese Einstellung, die die Mitarbeiter des Warenkorbs an ihren Kunden schätzen. „Es gibt niemanden, der Essen hortet oder gierig zulangt“, erklärt Gagsch zufrieden.

Mehr dazu lesen Sie am Samstag in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“.

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