120 Kinder erkunden Wald am Schloss
Bild: J. Kleigrewe
Am Mittwochmorgen zogen alle Dritt-und Viertklässler der Beelener Grundschule zusammen mit ihren Lehrern und Mitgliedern des Beelener Hegerings durch den Wald am Ostenfelder Schloss.
Bild: J. Kleigrewe

Den ein oder anderen Ton bringen sie tatsächlich hervor, doch ganz so wie bei den Jägern des Beelener Hegerings klingt es dann doch noch nicht. Claudia Havelt, Leiterin des Hegerings, ist aber begeistert, dass die Mädchen und Jungen überhaupt einen Ton erzeugen können. Während sie den fünf Kindern gratuliert, haben sich schon die nächsten Schüler die Jagdhörner geschnappt, holen tief Luft und beginnen zu pusten.

Nachdem jeder einmal probiert hat, das Jagdhorn zu spielen, bricht die Klasse zusammen mit Claudia Havelt zur nächsten Station auf. Sie befinden sich im Wald am Ostenfelder Schloss, wo der Beelener Hegering für alle Dritt- und Viertklässler der Beelener Grundschule einen Walderlebnistag organisiert hat.

Die Gruppe wandert ein kurzes Stück durch den Wald und kommt an einem Tisch an, auf dem verschiedene Äste ausgebreitet sind. Aufgabe der Schüler ist es nun, zu bestimmen, von welchen Bäumen die Zweige stammen. Während der erste Zweig schnell der Eiche zugeordnet wird, sind die anderen deutlich schwieriger. „Kennt ihr die Nationalflagge Kanadas?“, gibt Claudia Havelt einen Tipp und sofort wird der Ahorn von den Kindern erkannt.

Zur gleichen Zeit sind im Wald sechs weitere Schülergruppen unterwegs, die jeweils von einem Mitglied des Hegerings begleitet werden. Bevor sie aufgebrochen waren, waren die mehr als 120 Schüler zusammen mit ihren Lehrern von den Jägern am Schloss begrüßt worden und hatten sich die Gruppen aufgeteilt. Schon da waren die Mädchen und Jungen begeistert, allerdings weniger vom Wald als vielmehr von den Jagdhunden, die die Jäger mitgebracht hatten, und die erst einmal ausgiebig gestreichelt wurden. Im Wald warteten dann sieben Stationen auf die Schüler, an denen sie sich dem Wald aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nähern konnten. Neben dem Jagdhornblasen waren dabei vor allem das Fingerquiz, bei dem Tierfell oder Schneckenhäuser blind ertastet werden mussten, sowie der Pirschpfad, auf dem sich zehn Tiere versteckten, sehr beliebt.

Gut zwei Stunden zogen die Mädchen und Jungen durch den Wald und lernten ihn dabei kennen. Bei ihrer Tour bauten sie auf Wissen auf, das sie bereits vorher erworben hatten. Denn Hegeringsleiterin Claudia Havelt besucht jedes Jahr im Herbst die dritten Klassen der Grundschule und verbringt mit ihnen drei Stunden im Wald. „Dabei erfahren wir den Wald mit allen Sinnen. Die Kinder lernen, wie ein Wald aufgebaut ist, welche Tiere es dort gibt und was für Früchte wachsen“, erklärt Claudia Havelt. Gestern vertieften die Kinder dieses Wissen. Auch, was nichts im Wald zu suchen hat, wurde an einer Station deutlich. Dort waren Farbdosen, Flaschen und Verpackungen auf einem kleinen Abschnitt verteilt, und die Mädchen und Jungen erkannten sofort, dass diese Dinge dort nicht hingehören. „Sie haben die Waldregeln gelernt“, freute sich Claudia Havelt. Zum Abschluss des Vormittages lud der Hegering alle Kinder und Lehrer zum Grillen ein, denn eine Wurst und ein leckerer Saft waren genau der richtige Abschluss für den interessanten Ausflug.

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