170 Opfern von Gewalt einen Namen geben
Bild: Stempfle
Mit einer besonderen Aktion hat die Beelener Gruppe „Aktiv gegen Rassismus“ auf die Opfer rechtsradikaler Gewalt aufmerksam gemacht.
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170 Fälle aus ganz Deutschland dokumentierten die Jugendlichen mit der Ausstellung „Sie hatten einen Namen“ im Zentrum der Axtbachgemeinde. An zwei Seilen befestigten sie die 340 Schautafeln, die den Tathergang und die Reaktionen auf die gewalttätigen Übergriffe aufzeigten. Zur Verfügung gestellt worden waren diese als Leihgabe vom Bielefelder Verein für demokratisches Handeln.

„Wir wollen Aufmerksamkeit erregen und darauf hinweisen, dass es schon vor dem NSU-Terror Übergriffe in Deutschland gegeben hat“, erklärt einer der jungen Organisatoren den Grund für die Aktion. Er selbst will seinen Namen nicht in der Zeitung oder im Internet lesen, genauso wenig wie seine Mitstreiter, die mit der Ausstellung in Beelen ein Zeichen setzen wollen.

„Das Thema Rassismus hat eigentlich immer Aktualität, es wird oft zu wenig beachtet“, erklärt der engagierte Abiturient aus Beelen. Schließlich fange Rassismus nicht erst bei rechtsradikalen Übergriffen an, sondern seiner Auffassung nach schon bei Diskriminierung und Ausschluss von Personen.

Am Dienstag standen die Jugendlichen von 15 bis 18 Uhr interessierten Passanten Rede und Antwort, um diese zu informieren und für die Aktion zu sensibilisieren. Neben Beelen haben sich auch Ahlen, Beckum, Wadersloh und Warendorf an diesem Aktionstag beteiligt. Die fünf Kommunen im Kreis Warendorf führten verschiedene öffentliche und interne Veranstaltungen zum Thema Zivilcourage und Demokratie durch. Zum diesem Aktionstag hatte der Arbeitskreis „Mit Zivilcourage für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ eingeladen.

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