50 Jahre FWG: Ungebunden und sachorientiert
2004 wurde Elisabeth Kammann (Mitte) zum ersten Mal zur hauptamtlichen Bürgermeisterin gewählt. Unser Bild zeigt (v. l.) Vorgänger Martin Braun, Anton Kammann (Ehemann), Joachim Hassa (Fraktionsvorsitzender der FWG) und Martha Große-Halbuer (mittlerweile verstorbene Mutter von Elisabeth Kammann).

 „Die Glocke“: Vor 50 Jahren hat sich in Beelen die FWG gegründet. Wie kam es dazu?

Wilfried Lübbe: Ich war damals Mitarbeiter der „Glocke“-Redaktion und in dieser Eigenschaft viel im Ort unterwegs, unter anderem auch in Sitzungen des Gemeinderats. Da saßen nur alte Leute, alle älter als 70. Gefühlt zumindest. Und die Entscheidungen, die sie getroffen haben, gaben Anlass zu Kritik. Zuhause habe ich davon erzählt, und mein Vater hat mir geraten: „Nicht schimpfen, besser machen.“ Ich hatte viel über Erfolge Freier Wählergemeinschaften in Bayern und Baden-Württemberg gelesen, und gedacht: Das müsste in Beelen doch auch möglich sein. Mir war es gelungen, viele – auch namhafte – Beelener für die Idee zu gewinnen. Am 13. September 1969 wurde die FWG gegründet, am 9. November des selben Jahres durften wir bereits den ersten Wahlerfolg feiern.

„Die Glocke“: In der Regel sind es Parteien, die der Politik in Bund, Ländern und Kommunen den Stempel aufdrücken. In Beelen ist es ein Verein. Welche Vor- oder auch Nachteile hat diese Organisationsform für den politischen Alltag?

Claus Ströker: Vorteile: Eine FWG ist parteilich ungebunden, arbeitet ausschließlich sachorientiert und muss sich nicht übergeordneten Interessen unterwerfen. Nachteile: Meiner Meinung nach gibt es keine, da die von vielen genannte fehlende Parteistruktur („Draht nach oben“) aus unserer Sicht eher ein Vor- als ein Nachteil ist

„Die Glocke“: Seit 2004 stellt die FWG in Beelen die hauptamtliche Bürgermeisterin. Wie wichtig ist es für die Freien Wähler, diese Schlüsselposition auch in Zukunft aus den eigenen Reihen zu besetzen?

Ströker: Wichtig sind vor allem bestimmte Eigenschaften: Führungserfahrung und -stärke. Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin muss Beelen und die Menschen im Ort „mögen“. Selbstverständlich sind auch Verwaltungskenntnisse, Ideenreichtum und Kreativität gefragt. Die Person muss eine klare Vorstellung davon haben, wo Beelen 2025 stehen soll.

Mehr zum Thema in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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