80 Helfer richten Notunterkunft ein
Bild: Ebert
150 Betten sind am Wochenende in der ehemaligen Von-Galenschule aufgestellt worden.
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„Der Einkauf läuft. Wir sollten überlegen, mit Kleiderkammern zusammenzuarbeiten“, lautet ein Feedback.

Hoher Organisationsgrad

Unterdessen tummeln sich in der ehemaligen Von-Galenschule (VGS) 80 Helfer von Malteser Hilfsdienst (MHD) und DRK, die aus sämtlichen Orten des Kreises rekrutiert worden sind. Mit vereinten Kräften versuchen sie, die Einrichtung in eine funktionierende Notunterkunft umzuwandeln. „Wir sollten die Schule von der B 64 aus ausschildern“, ordnet Reiner Bluhm an. Der Bezirksrotkreuzleiter aus Detmold ist vom Landeschef zur Unterstützung nach Beelen delegiert worden. Bis zu 150 Flüchtlinge werden ab Dienstag in der VGS erwartet. Was am Freitag von offizieller Stelle noch „als Möglichkeit“ bezeichnet worden war, stellt am Samstag kaum jemand in Zweifel. Die zwölf ehemaligen Klassenräume werden sich peau-á-peau mit Flüchtlingen füllen. Woher sie kommen? Das kann auch Manuel Rieping – bei der Gemeindeverwaltung für Sozialangelegenheiten zuständig – nicht beantworten. Rieping hat wie viele Helfer sämtliche Gedanken an Karneval und Kamelle-Amüsement gestrichen. „Da kann ich absolut nicht dran denken“, sagt er. Er koordiniert an diesem Wochenende, was in Zuständigkeit der Kommune Beelen fällt. „Stehen Wasser- und Strom? Ist die Müllbeseitigung geregelt. Wie machen wir es mit der Reinigung?“ Diese Fragen beschäftigen den Mann. Ihm kam auch die Idee, die Trinkwasserqualität in den einzelnen Klassenräumen überprüfen zu lassen, nachdem die Unterrichtszimmer Monate nicht genutzt worden sind und das Wasser in den Leitungen stand. Bakteriengefahr.

Keine Privatsphäre


Da kommt Rieping der kurze Draht zu SPD-Ratsherrn Ralf Pomberg zugute, der bei der Wasserversorgung Beckum arbeitet. Spontan entnimmt er am Samstag Wasserproben für labortechnische Untersuchungen. Der Blick in die Notunterkünfte, von deren Aufenthalt sich die Flüchtlinge den Start in einen neues Leben versprechen, ist ernüchternd: Zwölf Pritschenbetten stehen aufgereiht auf dem Linoleum-Boden. Getrennt sind sie voneinander jeweils durch einen Stuhl. Kein Sichtschutz, keine Rückzugsmöglichkeit. Privatsphäre? Null! Das sei traurig, räumt Josef Weil ein. „Aber wir stellen nur sicher, dass die Menschen untergebracht sind.“ Mehr darf man von den DRK- und MHD-Helfern auch nicht erwarten.

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