Akzeptanz ist Türöffner zu Jugend-Cliquen
Bild: Manouras
Arbeiten bei der aufsuchenden Jugendarbeit eng zusammen: (v. l.) Roxana Raphael-Kuttig, Marco Uphoff (beide als Sozialarbeiter in der aufsuchenden Jugendarbeit tätig), Manuel Rieping (Gemeinde Beelen) und Rita Niemerg (Amt für Kinder, Jugendliche und Familie des Kreises Warendorf).
Bild: Manouras

Seit 2011 wird die aufsuchende Jugendarbeit in Beelen im Auftrag des Amts für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf angeboten. Ziel sei es, ein Kontaktangebot für Jugendliche zu schaffen, erklärt Daniel Bögge (Fachbereichsleiter Soziale Prävention, Kreis Warendorf). Die treffen sich oftmals an Bushaltestellen, Schulhöfen oder Bahnhöfen. „Also im informellen Raum“, wie Bögge ausführt.

Vielen Bürgern sind solche Treffpunkte ein Dorn im Auge, wenn sie verdreckt oder beschädigt hinterlassen werden. Dass sich die jungen Leute nicht im Jugendtreff oder im Garten der Eltern zusammenfinden wollen, sondern unbeaufsichtigt auf Gemeindegebiet, empfindet Bögge als „normales Verhalten“.

Um trotzdem Kontakt halten zu können, machen sich Sozialarbeiter auf den Weg – in Beelen sind das Roxana Raphael-Kuttig und Marco Uphoff. 

„Wir verfolgen einen akzeptierenden Ansatz, um Zugang zu den Cliquen zu bekommen“, erklärt Uphoff und meint damit, dass er und seine Kollegin nicht der verlängerte Arm des Ordnungsamts oder der Polizei sind – wenn Jugendliche Bier trinken oder rauchen, wird das erst einmal hingenommen.

„Natürlich sprechen wir mit den Jugendlichen kritisch über ihr Verhalten und was das für Konsequenzen haben kann“, sagt Uphoff. Verbote aussprechen wollen die Sozialarbeiter nicht, sondern Gespräche führen, um zu erfahren, was die Jugendlichen bewegt. Grenzen setzt der Jugendschutz sowie fremd- oder eigengefährdendes Verhalten. „Dann müssen wir aktiv werden“, sagt Roxana Raphael-Kuttig.

Mehr zum Thema in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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