Alles im Fluss: Axtbach steht und stockt
Bild: Stempfle
Eher ein stehendes als ein fließendes Gewässer ist der Axtbach. Das soll sich bald ändern: Die Gemeinde plant ein Projekt, mit dem der Bach in Schwung gebracht werden soll.
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Dass sich etwas tun muss, erklärte Hans-Georg Flick vom beauftragten Ingenieurbüro: „Bei unseren Untersuchungen haben wir Teichrosen gefunden, die Zeichen für ein Stehgewässer sind. Die gehören aber nicht in einen Bach.“ Eine gute Wasserqualität bescheinigte Flick dem Axtbach, dennoch sei der Fischbesatz unbefriedigend. Das erkläre sich aus den fehlenden Kleinsttieren, die Fische als Nahrung brauchen, erklärte der Fachmann. Und die siedelten sich nur in fließenden Gewässern mit einer tieferen Sohle an. „Kein Futter, keine Fische: eine Milchmädchen-Rechnung“, so der Experte. Das Ziel sei es, die Eigendynamik des Bachs zu fördern und seine Durchgängigkeit zu erhöhen. Dafür hat das Ingenieurbüro eine 920 Meter lange Fläche ins Auge gefasst, die von der Kläranlage bis zur Dieselstraße reicht. Drei Brückenbauwerke befinden sich auf dieser Strecke, die unter anderem dazu führen, dass sich Rückstaus im Wasser bilden, weil sich dort jede Menge Sand abgelagert hat. Um den Axtbach in Schwung zu bringen, sollen an diesen drei Bauwerken Signale gesetzt werden. Dafür soll die Sohle ausgeräumt und damit vertieft werden. Totholz will der Ingenieur einbringen, damit der neue Niedrigwasserkorridor nicht gleich wieder versandet. Auch Bäume müssen gefällt werden: An der Hartmann-Brücke sollen spezielle Bestände gerohdet werden. Wie lange die Konstruktion im Holzverbau halten wird, wollte ein Ausschussmitglied von Flick wissen. „Bis zu zehn Jahre. Bis dahin hat sich das Gewässer soweit stabilisiert, dass keine weitere Maßnahme nötig sein wird“, erklärte der Fachmann und betonte: „Es handelt sich beim Axtbach um ein sandgeprägtes Gewässer. Ich weigere mich, dort Steine hineinzukippen.“ Für die drei Einzelmaßnahmen hat Flick 90 000 Euro veranschlagt. Weil die Planungen bereits die Zustimmung der zuständigen Genehmigungsstellen wie der Bezirksregierung Münster erhalten haben, kann Beelen mit Fördermittel von 80 Prozent, also 72 000 Euro rechnen. „Ich bin zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die Genehmigung für das Projekt erfolgt, und wir die Fördermittel abrufen können“, sagte Hans-Georg Flick. Einstimmig sprach sich der Bau- und Planungsausschuss für das Vorhaben aus.

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