Am Ausbaustandard ist kaum mehr zu rütteln
Bild: Ebert

Der Widerstand formiert sich: Während Straßen.NRW im Warendorfer Kreishaus den aktuellen Sachstand zur Ost-Münsterland-Verbindung vorstellen, demonstriert unter anderem Anne Fechtelpeter aus Beelen mit anderen Bürgern gegen die geplante B 64n.

Bild: Ebert

Die hinkt, laut Auskunft von Straßenplaner Bernd Epmann, planerisch etwas hinter Warendorf und vor allem Herzebrock-Clarholz hinterher. „Wir befinden uns hier derzeit in der Entwurfsplanung“, erklärte der Projektleiter am Freitagvormittag im Warendorfer Kreishaus. Fest stehe, dass die Trasse als Nordvariante geplant wird, ob sie in Tief- oder Hochlage gebaut werde, stehe jedoch noch nicht fest.

Kritische, noch zu bearbeitende Themenfelder seien unter anderem der Lärmschutz und der Flächenverbrauch. Die Planungen seien flexibel, so dass der Eingriff in die Natur und Landschaft gering ausfallen werde, versicherte Epmann. Aber: „Eins ist klar, Straßenbau braucht immer Flächen.“

Am Ausbaustandard (2plus1) sei kaum mehr zu rütteln. „Wir haben den gesetzlichen Auftrag erhalten, die Trasse zu planen. Und die gesetzlichen Vorgaben können wir nicht ignorieren“, erklärte Regionsleiter Dirk Griepenburg auf Nachfrage der „Glocke“. Aber: Im Zuge der freiwilligen Öffentlichkeitsbeteiligung solle aufgezeigt werden, welche Handlungsspielräume möglich seien und an welchen Stellschrauben nicht mehr gedreht werden könne.

Mit dieser Auskunft erledigte sich fast die Frage nach dem Gewicht des Beelener Ratsbeschlusses aus Mai 2017, der eine Trasse im geplanten Ausbaustandard ablehnt. Dennoch erläuterte Griepenburg: „Wir wünschen uns immer einen breiten Konsens, wenn wir bauen. Aber in diesem Fall geht es nicht mehr nur um eine Ortsumgehung, sondern um einen Gesamtstreckenzug mit überregionaler Bedeutung. Somit hat ein Einzelvotum einer Kommune ein anderes Gewicht.“

Aufgrund der Nähe zu Herzebrock-Clarholz werde das zwei Kilometer lange Teilstück zwischen den beiden Ortsumgehungen gleich mitgeplant und dreispurig ausgebaut, erklärte Epmann. Weil das Stück der heutigen B 64 im Kreis Warendorf liegt, wird es aus Münster geplant. Ob sich dieser Ausbau auf die Kosten-Nutzen-Rechnung auswirke, konnte Griepenburg nicht mit Zahlen belegen. Aber: „Die Attraktivität der gesamten Straße wird sich erhöhen.“ Und: Die Wertigkeit der Ost-Münsterland-Verbindung entstehe auch ohne den Ausbau der Teilstücke.

Mehr zum Thema in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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