B 64n: Detailplanung erst nach Genehmigung
Auf großes Interesse stießen die Ausführungen zur B 64n der Planer von Straßen.NRW im Bau- und Planungsausschuss. Detailfragen konnten sie jedoch noch nicht beantworten.

Nicht nur die Ausschussmitglieder waren an den Ausführungen zur B 64n interessiert, sondern auch zahlreiche Bürger, die auf den Zuhörerstühlen im Ratssaal Platz genommen hatten.

Froh sei er, dass die Planer, die ganz nah dran an der Erstellung des Entwurfs des Bundesverkehrswegeplans gewesen seien, zugegen seien, erklärte Ausschussvorsitzender Joachim Hassa. „So erhalten wir Informationen aus berufenem Mund.“ Dem pflichtete Planer Manfred Ransmann bei, denn: „Es stehen viele Halbwahrheiten im Raum.“ Um die auszuräumen, seien er und sein Kollege Bernd Eppmann nach Beelen gekommen. Der erklärte die derzeitige Situation: „Im Moment befinden wir uns mit dem BVWP in der Offenlage und Beteiligungsphase. Der Entwurf ist eine erste, grob gestaffelte Planüberlegung. 1846 Projekte sind bundesweit für den Bereich ,Straße‘ angemeldet worden. “

Bis zum 2. Mai hatten Bürger die Möglichkeit, Stellung zum BVWP zu beziehen. Diese Stellungnahmen, so Eppmann, werden dazu genutzt, den Entwurf zu überarbeiten und diesen dann mit dem Ausbaugesetz dem Bundeskabinett zum Beschluss vorzulegen. Abgesegnet wird der Bundesverkehrswegeplan durch das parlamentarische Verfahren. „Wir erwarten die Verabschiedung zum Jahresende“, erklärte Eppmann. Erst wenn das geschehen ist, erhält Straßen.NRW den Planungsauftrag vom Landesverkehrsministerium. „Dann können wir in die Detailplanung einsteigen“, so Eppmann. Denn bislang hat der Bund lediglich mit Hilfe von Parametern und Schätzungen gearbeitet, wie die beiden Experten erklärten.

Das gelte sowohl für mögliche Kosten für Gebäudeverluste („Darüber gibt es bislang keine Gutachten, sondern bundesweit einheitliche Parameter“) als auch für den Flächenausgleich und ein Ersatzwegenetz. „Die Zahl von 500 Hektar wabert derzeit durch die Kommunen. Wir wissen gar nicht, woher diese Zahl stammt“, zeigte sich Manfred Ransmann überrascht. Straßen.NRW hat die fast fertige Planungen von Herzebrock-Clarholz (63 Hektar) als Berechnungsgrundlage zugrunde gelegt und geht – anders als der BVWP (86,4 Hektar) – von einem Verbrauch von knapp 200 Hektar aus – jedoch nur für die B 64n ohne das Teilstück Telgte-Münster.

Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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