Bei Belegung Spitzenposition im Kreis
Bild: Stempfle
Zahlreiche Flüchtlinge werden in der Axtbachgemeinde von Ehrenamtlichen betreut. Den engagierten Helfern gibt eine Ausstellung ein Gesicht. Sie ist weiter im Rathaus zu sehen.
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Aktuell seien knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Eine immense Zahl, die die Expertin jedoch gleich relativierte: „40 Millionen von den Geflüchteten sind sogenannte Binnenvertriebene. Das bedeutet, dass sie zwar ihre Heimat, jedoch nicht ihr Land verlassen haben.“ Zudem bliebe ein weiterer großer Teil der Flüchtlinge in Nachbarländern. Ein Großteil der geflüchteten Syrier halte sich demnach in der Türkei und dem Libanon auf.

Im europäischen Ranking, was die Aufnahme von Flüchtlingen im Verhältnis zur Einwohnerzahl angeht, belegt Deutschland hinter Ungarn, Schweden, Österreich und Finnland Platz 5. In der Republik kommt auf 1000 Einwohner 1,3 Flüchtling. „In absoluten Zahlen nimmt Deutschland jedoch die Spitzenreiterposition ein“, erklärte Tiessen.

Der Strom der Asylbegehrenden geht derzeit zurück. Waren im November noch 210 000 Asylanträge gestellt worden, waren es im März noch 20 000. Der Grund liegt laut Tiessen nicht allein in der geschlossenen Balkanroute. „Die Menschen, die Geld für eine Flucht haben, sind bereits in Europa. Die Schlepper verlangen horrende Preise für die Mittelmeerüberfahrt. Diejenigen, die zum Beispiel in Syrien geblieben sind, können sich die Überfahrt schlicht und einfach nicht leisten.“ Aus diesem Grund geht die Ehrenamtskoordinatorin auch nicht mehr von einem sprunghaften Anstieg der Zuweisungen aus. Die gehen ebenfalls zurück: 2015 wurden dem Kreis Warendorf 3772 Personen zugewiesen, im Januar waren es lediglich 173. 1,4 Prozent der Einwohner des Kreisgebietes sind laut Tiessen Asylsuchende.

Derzeit leben in Beelen 32 der Gemeinde zugewiesene Flüchtlinge. Zusammen mit der Notunterkunft kommt die Axtbachgemeinde aufgrund ihrer Einwohnerzahl auf einen Wert von 4,78 Prozent. „Damit ist Beelen Spitzenreiter im Kreis“, erklärte Tiessen. Doch, so stellte sie in Aussicht, auch diese Zahl werde sich weiter nach unten korrigieren. „Derzeit müssen Großstädte im Ruhrgebiet, die bislang die Verteilungsquote nicht erfüllt haben, primär Flüchtlinge aufnehmen“, informierte Bürgermeisterin Elisabeth Kammann. Diese Regelung gelte bis Ende April. Wie das Verfahren im Mai gehandhabt werden könnte, darüber konnte weder Kammann noch Tiessen Auskünfte geben.

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