Bei radikalen Sprüchen deutlich positionieren
Bild: J. Kleigrewe
Wichtige Tipps zum Umgang mit radikalen Äußerungen gaben (v.l.) Christina Möllers und Anna-Lena Herkenhoff von der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.
Bild: J. Kleigrewe

Diese hatten die beiden Referentinnen, Christina Möllers und Anna-Lena Herkenhoff von der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus mitgebracht. Am wichtigsten sei es, sich seine eigenen Ansprüche und die vorhandenen Möglichkeiten für eine passende Reaktion bewusst zu machen, erklärte Anna-Lena Herkenhoff. Schließlich sei es ein großer Unterschied, ob die Äußerung im öffentlichen Raum, etwa in der Bahn, oder aber zuhause am Küchentisch oder am Arbeitsplatz getätigt werde. Je nach Situation bleibe mehr oder weniger Zeit für eine Antwort und man könne nicht erwarten, in jeder Situation den anderen von seiner Sicht zu überzeugen, so die Expertin.

Ein realistisches Ziel sei es, die eigene Haltung mit wenigen klaren Sätzen deutlich zu machen und so klar zu machen, dass man die Aussage des anderen nicht akzeptiert. Dies sei auch ein Signal für andere Menschen in der Nähe, sich deutlich zu positionieren.

Wie schwierig es aber ist, in der Wirklichkeit zu reagieren, wussten alle der Besucher gut. Jeder kannte mehrere Beispiele, in denen er sich nicht sicher war, ob und wie er hätte reagieren sollen. Diese Fälle besprachen die Teilnehmer mit den beiden Expertinnen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Christina Möllers und Anna-Lena Herkenhoff hatten zudem noch einige wissenschaftliche Fakten zu den Themen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus mitgebracht, um besser einordnen zu können, was darunter zu verstehen ist. Sie stellten gängige Definitionen vor und gaben einen Überblick über die Situation im Kreis Warendorf.

Im rechtsextremen Spektrum gibt es hier, nachdem sich 2012 eine Autonome Nationalisten-Gruppe aufgelöst hat, keine organisierten Strukturen mehr. Dafür stiegen im vorigen Jahr im Kreis, wie in ganz Deutschland, rechte Straftaten an. Diese reichten von volksverhetzenden Einträgen im Internet bis hin zu Brandstiftungen. Abschließend betonten die beiden Expertinnen, dass es keinen gesellschaftlichen Rechtsruck gegeben habe, allenfalls eine Polarisierung der Gesellschaft, da sich Menschen mit radikalen Einstellungen immer noch in der Minderheit befinden.

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