Bürgerbegehren gegen Schul-Entscheid
Gesamtschule des Christlichen Schulvereins Warendorf – oder doch nicht? Die Zukunft des ehemaligen Grundschul-Areals ist wieder offener.

„Niemand hätte im Vorfeld mit einer Entscheidung des Gemeinderates für eine so streng konservative Schule gerechnet“, schreibt Marlit Brummert, eine der Initiatorinnen des Bürgerbegehrens. Man habe in den vergangenen Tagen oft die Worte „Ich bin fassungslos“ in der Gemeinde gehört.

Ein erfolgreiches Bürgerbegehren würde eventuell zu einem Bürgerentscheid führen, der wiederum die Ratsentscheidung kippen könnte. „Quartiersentwicklung mit Haus der Mitte statt streng konservativer Privatschule“ nennt sich das Begehren der Gruppe von Beelener Bürgern. „Von unserer Seite ist bereits alles Erforderliche organisiert, wir warten nun lediglich noch auf die von der Gemeinde Beelen vorzunehmende Kostenschätzung, welche eine formelle Voraussetzung des Begehrens ist“, informiert Marlit Brummert. Leider war bislang in der Gemeindeverwaltung niemand zu erreichen, der die Frage, wann diese Kostenschätzung voraussichtlich vorliegen werde – und weitere Fragen der „Glocke“ – beantworten konnte.

500 Unterschriften müssen gesammelt werden

Wenn diese Einschätzung vorliegt, wollen die Initiatoren sofort damit beginnen, Unterschriften zu sammeln. Denn ein Bürgerbegehren muss ein bestimmtes Quorum an Unterstützer-Unterschriften erreichen, damit es zu einem Bürgerentscheid kommt. Die Unterstützer gehen von knapp 500 Unterschriften aus, die sie sammeln müssen. Eine bereits gestartete Petition „Keine konservative, strenggläubige Schule in Beelen“ – unabhängig von der Unterschriftensammlung – hatte bis Montagnachmittag bereits 537 Unterzeichner gefunden.

„Wir möchten verhindern, dass eventuell schon in der Sitzung des Hauptausschusses am 8. Oktober ein entsprechender Mietvertrag mit dem Christlichen Schulverein Warendorf geschlossen und damit unser Begehren umgangen wird“, betont Brummert. Seit gestern ist eine Website der Initiatoren online: www.bb-beelen.de. Ist die Kostenschätzung da, können Interessierte dort auch die Unterschriftenliste herunterladen. Ziel der Initiatoren sind so viele Unterschriften wie möglich, um den Rat eventuell dazu zu bringen, den Inhalt des Bürgerbegehrens auch ohne Bürgerentscheid bereits zu entsprechen.

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