Daniela Hassa revolutioniert Insulinpumpe
Das von Daniela Hassa entwickelte Diabetessystem „Loop“ zeichnet sich unter anderem durch die neuartige Insulinpumpe – eine kleine PatchPumpe, die direkt auf die Haut geklebt wird – aus.

Derzeit gibt es das System lediglich als Modell, das die 25-jährige Beelenerin für ihre Abschlussarbeit ihres Industriedesignstudiums an der Universität Wuppertal erstellt hat. Dass es eine hohe Nachfrage nach kleineren Insulinpumpen als den geläufigen gibt, erfährt Daniela Hassa immer wieder durch Telefonate. „Menschen, die im Internet nach neuartigen Diabetessystemen suchen, stoßen relativ schnell auf mein Modell. Viele Betroffene haben mich schon kontaktiert, um eine Pumpe zu bestellen“, sagt die Industriedesignerin. Den Erkrankten müsse sie jedes Mal erklären, dass es das System nicht zu kaufen gibt.

Wie sie auf die Idee gekommen ist, als nicht von Diabetes Betroffene solch ein System zu erfinden? „Ein Arbeitskollege trägt eine herkömmliche dauerhafte Insulinpumpe. Als er mir die gezeigt hat, habe ich gleich gedacht: Das kann auch anders aussehen“, erinnert sich die Beelenerin, die heute in München lebt und in ihrem studierten Beruf als Industriedesignerin arbeitet. Vier Monate hat sie benötigt, um ein Konzept zu entwickeln und die Modelle für ihre Abschlussarbeit anzufertigen.

„Es war eine große Herausforderung, sich in die umfangreiche Thematik einzuarbeiten“, sagt Daniela Hassa im „Glocke“-Gespräch. Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Den Uni-Abschluss hat die 25-Jährige in der Tasche, eine Anstellung als Designerin ebenfalls und dazu noch die Aussicht, mit ihrem Projekt eine Auszeichnung zu gewinnen. „Das von mir entwickelte Diabetessystem ist für einen Designpreis vorgeschlagen worden“, sagt die Beelenerin nicht ganz ohne Stolz auf ihre Leistung.

Das von Daniela Hassa entwickelte Diabetessystem „Loop“ zeichnet sich unter anderem durch die neuartige Insulinpumpe – eine kleine PatchPumpe, die direkt auf die Haut geklebt wird – aus. Dadurch bietet sie den Patienten eine größtmögliche Bewegungsfreiheit gegenüber herkömmlichen Pumpen. Der integrierte Sensor zur Blutzuckermessung macht das ständige Messen von Hand überflüssig und der Patient kann direkt mit den von der Pumpe ermittelten Blutzuckerwerten arbeiten. Steuerung und Datenerfassung erfolgen über eine Applikation (App), die mit einem Smartphone bedient wird.

Als Fazit fasst die Absolventin der Universität Wuppertal zusammen: „Das gesamte System benötigt weniger Materialien als herkömmliche Insulinpumpen und spart somit Kosten und Ressourcen.“ Um in die Produktion eines solchen Diabetessystem einsteigen zu können, müsste sich ein passender Hersteller der Gerätschaften finden. Dazu sei nach Angaben von Daniela Hassa noch einige Forschungsarbeit nötig. „Ich habe im ersten Schritt ein Modell designt und ein Konzept entwickelt. Das müsste weiter ausgebaut werden“, erklärt sie.

 Ob sie diese Forschungsarbeit neben ihrer Neuanstellung als Industriedesignerin leisten kann, weiß die 25-jährige Beelenerin noch nicht. „Aber eigentlich wäre es zu schade, dieses Projekt in die Schublade zu legen“, sagt die Absolventin mit einem Lächeln.

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