Elisabeth Kammann räumt Fehler ein
Sollte ihr Lachen nicht verlieren: Elisabeth Kammann. Für ihr Fehlverhalten hat sie sich entschuldigt.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Elisabeth Kammann den Bürgervertretern den Finanzplan für das kommende Jahr präsentiert. Das umfangreiche Zahlenwerk und die Marschrichtung stammen von der Bürgermeisterin – das ist unstrittig.

„Ungeschickt angestellt“

Internetmedien hatten sich aber auf die Präsentation gestürzt und herausgefunden, dass weite Strecken des Vortrags nicht aus Kammanns Feder stammten, sondern aus der von Karl-Friedrich Knop, Amtskollege aus Oelde. Unberührt blieben von dieser Adaption die Zahlen, die die Axtbachgemeinde betreffen. Allgemeingültige Passagen der Rede könnten allerdings auch aus einem Handbuch für Kommunalpolitiker entnommen sein: Formulierungen, die sich seit 20 Jahren themenübergreifend zu kommunalpolitischen Floskeln entwickelt haben. Sätze wie „Die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde zu sichern, ist Kernaufgabe der politisch Verantwortlichen“ werden nicht neu erfunden.

„Ich habe mich total ungeschickt angestellt“, konstatierte Elisabeth Kammann gegenüber der „Glocke“. Für Kammann aber das Wichtigste: „Ich habe mich bei Karl-Friedrich Knop entschuldigt.“ Und der Bürgermeister aus Oelde habe diese angenommen. Knop, wie Elisabeth Kammann Mitglied der Freien Wählergemeinschaft, habe ihr nachträglich zugestanden, Teile seiner im Herbst gehaltenen Rede nutzen zu dürfen.

Oelder Bürgermeister: „Fühle mich nicht bestohlen“

Die parteiliche Nähe erklärt vielleicht auch, warum sich Elisabeth Kammann an denen Formulierungen Knops orientiert hat. Die Kommunen im Kreis haben ähnliche Probleme und stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, die von der Einwohnerzahl unwesentlich beeinflusst werden. Da lag es nicht völlig aus der Richtung, sich auszutauschen. Dass dieser Austausch sich auch auf die Haushaltsrede beziehe, sei nicht geplant gewesen, gesteht Elisabeth Kammann ein. Knop sagte der „Glocke“, dass die Übernahmen mehrheitlich Themenfeldern entstammten, die finanzielle Probleme in den Kommunen beträfen.

„Ich fühle mich nicht bestohlen“, betonte Knop. Kammann führte an, sie habe zwei Tage vor der Ratssitzung unter enormem Zeitdruck gestanden und parallel auch haushaltsrelevante Reden anderer Kollegen studiert. Ihre Haushaltsrede hatten Elisabeth Kammann und Karl-Friedrich Knop jeweils mit dem geänderten Karl-Valentin-Zitat beendet „Politik ist schön, macht aber viel Arbeit“.

Zusätzliche Arbeit hat Beelens Bürgermeisterin sich mit der übernommenen Rede aufgehalst. Von Valentin stammt auch die Erkenntnis: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“

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