Fachkundige Infos zur Sekundarschule
Zahlreiche interessierte Eltern nutzten am Montagabend das Angebot, sich in der Beelener Von-Galen-Schule mit Informationen über die Sekundarschule aus erster Hand versorgen zu lassen. Bild: Poschmann

 Das Interesse war groß, knapp 200 Eltern nahmen das Angebot wahr. Als Fazit kristallisierte sich schnell heraus, dass eine Sekundarschule sich bis auf die fehlende Oberstufe nicht wesentlich von einer Gesamtschule unterscheide. Die Schule sei kein Modellversuch mehr, sondern eine Regelschule, die Städte und Gemeinden aus dem Portfolio beantragen könnten. Kinder lernten hier weitestgehend selbstständig, aber nicht nach Belieben, denn bestimmte Bildungsstandards müssten eingehalten werden. Eine Kooperation der Sekundarschule mit Gymnasien und / oder Berufskollegs ist gesetzlich vorgeschrieben. Die rechtlichen Vorgaben erläuterte Professor Dr. Bernd Zymek, Leiter der pädagogischen Arbeitsgruppe Sekundarschule Sassenberg. „Die Schule ist kein Einheitsbrei, wie oft dargestellt wird“, sagte Reinhold Bussieweke, Rektor der Sassenberger Hauptschule im Herxfeld. Es werde integrativ und differenziert gearbeitet, es gebe gymnasiale Standards, Schüler hätten das Recht, gefordert und gefördert zu werden. Jürgen Kaletsch, ehemaliger Rektor der Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp in Itzehoe, erläuterte, wie individuelles Lernen funktionieren kann. „Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden sollen, sondern Feuer, das entfacht werden will“, sagte Kaletsch. In diesem Sinne arbeiteten die Kinder in Lernwerkstätten sehr eigenständig und nach individuellem Interesse, „aber nicht beliebig“. Lehrer würden vom Belehrer zum Lerncoach, statt Noten würden die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Als Leistungsbeurteilung dienten sogenannte Lernnachweise, die jeder Schüler erbringen müsse.

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