Freiwilligendienst im Kindergarten
Bild: Kinder
Regenbogenfische aus bunten Papierschnipseln basteln (v. l.) Maxim (2), Bundesfreiwilligendienstler Max Tepe (19) und Inke (2) am Maltisch. Seit Anfang August verstärkt der Beelener das Team des St.-Johannes-Kindergartens in der Axtbachgemeinde. Bis zum nächsten Sommer packt er in der Einrichtung mit an.
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Der 19-jährige Tepe ist Bundesfreiwilligendienstler (kurz: Bufdi) und verstärkt seit August das Team des Katholischen Kindergartens St. Johannes in Beelen. Ein Jahr lang packt der Fachabiturient mit an. Der Beelener ist ein Eigengewächs der Einrichtung. „Ich bin als kleiner Junge selbst hierher gegangen“, berichtet der 19-Jährige. Als Mann im Kindergarten arbeiten? – Eine Seltenheit. Doch genau das machte für den passionierten Hobby-Fußballer von Blau-Weiß Beelen den Reiz aus. „Ich wollte wissen, warum Männer in der Minderheit sind“, sagt er. „Außerdem wollte ich etwas Soziales machen und mich persönlich weiterentwickeln.“

Also entschied er sich für die Arbeit mit Kindern, was er nach sechs Wochen im Dienst nicht bereut. „Ich mag es, offen auf die Kinder zuzugehen. Sie entscheiden, was wir zusammen machen“, sagt Tepe. Ob mit Bauklötzen Türme zu bauen, Gesellschaftsspiele zu spielen oder kleine Teppiche mit dem Webrahmen zu fertigen – das alles ist für den 19-Jährigen kein Problem. Nur für die Puppenecke hat er wenig übrig: „Da bin ich dann ehrlich“, sagt der junge, sympathische Mann und lächelt verschmitzt. Er habe zudem gelernt, was es bedeute, nicht die Geduld zu verlieren, wenn es mal wilder zugehe. Auch wenn ihm die Arbeit mit den Kleinsten der Einrichtung wie Inke und Maxim sichtlich Spaß macht, nach dem Bufdi möchte er entweder eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolvieren oder Sportmanagement studieren. „Erst einmal genieße ich aber die Zeit hier“, sagt er. Bis 31. Juli 2016 bleibt er den Jungen und Mädchen der Mäuse-Gruppe sowie seinen Kolleginnen erhalten.

Männliche Vorbilder fehlen

„In unserem Beruf fehlen Männer als Vorbilder“, berichtet Jutta Wittkamp, Leiterin der Beelener Einrichtung. „Dabei werden sie gebraucht.“ Ins 16-köpfige Team habe sich Max gut integriert, lobt sie. Auch von den Eltern habe er schon viel positives Feedback erhalten: „Eine Mutter kam mittags zu mir und lobte, dass Max da ist.“ Ein Grund mehr, warum noch mehr Männer laut Wittkamp in Zukunft als Erzieher arbeiten sollten. „Ich wünsche mir, dass das klassische Männer-Frauen-Denken bald aufbricht“, sagt die Einrichtungsleiterin.

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