Fremdstoffen in Biotonnen auf der Spur
Bild: Manouras
Prüfende Blicke: Dietmar Knorr und Karin Hofene kontrollieren, ob die Biotonnen richtig befüllt worden sind.
Bild: Manouras

Das Prozedere ist an diesem Dienstagmorgen immer das gleiche: Die beiden Verwaltungsmitarbeiter öffnen die Deckel der Abfallbehälter und begutachten den Müll. Ist die Tonne bis zum Rand befüllt, nutzt Knorr die Harke, um Rasenschnitt und Sträucher zur Seite zu schieben und somit einen ungehinderten Blick auf den Tonnenboden werfen zu können.

Plastiktüten und Verpackungsmüll unter Blättern vergraben

Schon in der zweiten Biotonne werden sie fündig: Plastiktüten und Verpackungsmüll liegen zwischen Blättern und Blumenstauden. „Das ist definitiv rot“, sagt Knorr und Karin Hofene zückt das Klemmbrett. Dort wird genau dokumentiert, in welcher Tonne welcher Störstoff gefunden wurde. „Plastik gehört nicht in den Biomüll, auch keine Plastiktüten“, sagt Hofene, während sie sich Notizen macht und einen roten Anhänger aus ihrer Tasche holt.

An den wird ein Anschreiben getackert, in dem noch einmal aufgeführt wird, was der Tonnenbesitzer bei der Befüllung falsch gemacht hat und warum der Abfallbehälter bei dieser Abfuhr nicht geleert wird. Anschließend wird der Anhänger an die Tonne angebracht. Ein sichtbares Zeichen nicht nur für die Eigentümer, sondern auch für das Entsorgungsunternehmen, die Tonne stehen zu lassen.

Bei Wiederholung droht die Erhöhung von Gebühren

Die beiden Verwaltungsmitarbeiter setzen ihre Tour fort. In den nächsten Abfallbehältern, die am Straßenrand stehen, finden sie unter anderem Wäscheklammern, Verpackungen, Glasflaschen – und vor allem eins: Plastiktüten, in die der Biomüll eingepackt worden ist. Die sind, genauso wie der kompostierbaren Plastiktüten, laut Beelener Satzung verboten, da sie den Biomüll verunreinigen und nicht mehr herausgefiltert werden können.

Wer bei drei aufeinanderfolgenden Kontrollen einen roten Anhänger an seiner Tonne findet, wird bald keine Biotonne mehr haben. Sie wird durch eine Restmülltonne ersetzt. Die Folge: Die Abfallgebühren steigen, da die Entsorgung des Restmülls teurer als die des Biomülls ist.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 24. April 2019.

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