Für Krach am Bach packen alle an
Bild: Hartmann
Fast fertig: Die Tower stehen schon, doch das Bühnendach muss noch hochgezogen werden.
Bild: Hartmann

Unter ihnen sind auch fünf Asylbewerber, und deshalb wird den gesamten Tag über immer eine Mischung aus Deutsch und Englisch gesprochen.

Die ersten Bauteile sind abgeladen worden und die Arbeit kann beginnen. Ungefähr 200 Eisenstangen werden für das Layer, das Grundgerüst der Bühne, verbaut: Die senkrecht stehenden Stiele werden zuerst durch Eisenstangen verbunden, bis ein Netz aus Quadraten entsteht. Dann werden Diagonalen eingebaut, um für Stabilität zu sorgen. Es sieht zu Anfang wie eine Unmöglichkeit aus, aber unter den Kommandos der Experten – „jetzt schwarz-schwarz“ und „die Roten so hinlegen“ – entsteht ein Gerüst, das die knapp elf Tonnen Eigengewicht der Bühne sicher hält. Mit einem Rotationslaser und einigen Holzplatten, die unter die Stiele gelegt werden, bringen die Helfer das Layer auf ein und dieselbe Höhe. Breitere Eisenteile verbinden die Stiele am oberen Ende. Auf ihnen werden später die Podestböden lasten, die mit ihren 80 Quadratmetern Fläche am heutigen Freitagabend genügend Platz für die Bands bieten. Vier Boxen werden in die Ecken des Layers gestellt und mit bis zu 1000 Litern Wasser befüllt, „damit uns die Bühne nicht wegweht“, erklärt Benedikt Thale fachmännisch.

Der Arbeitstag beinhaltet auch Pausen, in denen das Backstage-Team die Helfer mit Schnittchen versorgt. „Gut, dass heute so viele Leute da sind“, lobt Reinhard Gnegel, „und auch die Flüchtlinge packen gut mit an“. Die Idee, dass die Asylbewerber beim Aufbau mithelfen, kam von der Gemeinde, erläutert Organisator Klaus Hartmann. Daraufhin habe man im Team über Einsatzoptionen nachgedacht und „wir haben verschiedene Möglichkeiten gefunden, sie in die Arbeitswoche einzubinden und die Gelegenheit geschaffen, sich kennenzulernen“. Mit Erfolg, wie man sieht, wenn sich „Krach am Bach“-Mitglieder und Flüchtlinge in den Pausen unterhalten.

Wenig später geht es weiter: Die Traversen, die das Gerüst für das Dach bilden, werden zusammengebaut und auf die Bühne getragen. Die Tower (Türme) folgen und werden schließlich mit vereinten Kräften hochgezogen. Nachdem auch die Plane an den Traversen befestigt wurde, scheint die Bühne schon fast fertig zu sein, obwohl noch unzählige Arbeitsschritte, wie das Anbringen der Beleuchtung, fehlen. Als es bereits auf 16 Uhr zugeht, hört man schließlich den Ruf „Achtung, fährt!“ und langsam, aber sicher wird das Dach vom Motor an einer Kette hochgezogen. Während auch an der Nebenbühne kräftig gehämmert und zusammengebaut wird, klettert David Müllmann an den Towern hoch und schiebt Stahlträger in die Konstruktion, um die Belastung darauf zu verlagern. „Jetzt sind wir fast fertig für heute“, teilt er mit, als er wieder auf dem Boden steht.

Mit diagonalen Stahlseilen müssen die Seitenwände gesichert werden, der Seitenanbau mit dem Aufgang zur Bühne ist zu machen, aber der Großteil ist geschafft. Denn um die Mischpulte und Lautsprecher kümmert sich die Crew erst am Donnerstag. „Ich bin allmählich zu alt dafür“, lacht Friddy Hofene am Ende des Arbeitstags. Er und einige andere sind bereits seit dem ersten Beelener Festival beim Aufbau dabei. Dem gegenüber steht der 17-Jährige Tobias Wiese, der mit einigen Freunden zum zweiten Mal im Einsatz ist. Er helfe „vor allem, um umsonst beim Festival reinzukommen“, gibt er zu. „Aber es macht auch Spaß.“

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