Fußballer sitzen Politikern im Nacken
Bild: Stempfle
Auf eine Diskussion um die Finanzierung des Kunstrasenplatzes hofften die zahlreichen Fußballer am Dienstagabend vergeblich. Die Liste mit Einsparpotenzialen wird im April Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Anschließend entscheidet der Rat.
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Eins machte Bürgermeisterin Elisabeth Kammann während ihrer Ausführungen zu den Gemeindefinanzen klar: „Wir haben alles unter die Lupe genommen und eine Liste mit Einsparpotenzialen erstellt. Darin enthalten ist auch die Position für den Kunstrasenplatz.“

Politik rechnet mit Fehlbetrag von 2,2 Millionen Euro

Eine Diskussion über die verschiedenen Punkte der Liste gab es nicht, die Fraktionen werden in den kommenden Wochen intern beraten und am Donnerstag, 19. April, zu einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ins Rathaus kommen. Bei einer außerplanmäßigen Ratssitzung am Dienstag, 24. April, wird über die Einsparungen entschieden.

Bei den Zahlen, die Kammann im Rat präsentierte, mussten die Lokalpolitiker schlucken: Laut Prognose wird die Gemeinde bis zum Jahresende 1,6 Millionen Euro an Gewerbesteuern einnehmen. „Ein Fehlbetrag von 2,2 Millionen Euro muss ausgeglichen werden“, erklärte die Bürgermeisterin, schließlich betrage der Ansatz für die Gewerbesteuer im Haushalt 2018 3,6 Millionen Euro. Die von den Fachbereichsleitern der Verwaltung erstellte Liste umfasse Einsparpotenziale in Höhe von 1,3 Millionen Euro im Finanzhaushalt und 270 000 Euro im Ergebnishaushalt.

Immerhin: Baugenehmigung für den Kunstrasenplatz ist erteilt

„Wir haben jede Position akribisch geprüft“, versicherte die Erste Bürgerin und ergänzte: „Wir werden wohl eine Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro in Anspruch nehmen müssen.“ Damit die Gemeinde weiter über liquide Mittel verfügen kann, sei ebenfalls angedacht, einen Liquiditätskredit aufzunehmen.

Schwere Kost, nicht nur für die Lokalpolitiker. Kammann versuchte deshalb, leisen Optimismus zu versprühen: „Der Jahresabschluss 2017 liegt noch nicht vor. Der fällt wohl erfolgreicher aus als angenommen. Wir gehen von einer schwarzen Null statt einem Minus aus.“

Dazu verwies sie darauf, dass auch im Laufe des Jahres noch Nachzahlungen zur Gewerbesteuer eingehen könnten. „Etwas Schönes habe ich für die anwesenden Fußballer: Der Kreis Warendorf hat die Baugenehmigung für den Bau des Kunstrasenplatzes erteilt“, so Kammann. Wann auf diese Genehmigung zurückgegriffen werden kann, bleibt abzuwarten.

Mehr zum Thema in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“.

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