Gewerbe rettet Beelens Haushalt 2014
Bild: Ebert
Leere Kassen sind Geschichte: Beelen verfügt über liquide Mittel von vier Millionen Euro.
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„Die Kommune verfügt über knapp vier Millionen Euro liquide Mittel“, referierte Lillteicher, dem sein Vortrag im Rahmen der Ratssitzung sichtlich Freude bereitete. Kein Wunder, dass die Fraktionen den Jahresabschluss 2014 einstimmig quittierten.

Quelle sprudelt

Und der Finanzexperte schrieb den Parteivertretern gleich ins Stammbuch, bei wem sie sich bedanken können: „Unserer Unternehmerschaft gehört der Respekt“, sagte Erich Lillteicher. Die Antwort auf die Frage nach dem Warum ließ nicht auf sich warten: 2,5 Millionen Euro mehr an Gewerbesteuer als kalkuliert flossen in die Rathauskasse. Insgesamt überwiesen die Unternehmer 3,9 Mio. Euro. Wurde bei der Erstellung des Haushalts für das vergangene Jahr mit einem Minus von 1,08 Mio. Euro gerechnet (Erträge 8,7 Mio. Euro, Aufwendungen 9,8 Mio. Euro), machte die Kämmerei bei einem Gesamtplus von 1,1 Mio. Euro (Erträge 11,7 Mio., Aufwendungen 10,6 Mio. Euro) den Strich unter die Ergebnisrechnung. „Eine Planverbesserung zwischen Kalkulation und tatsächlichem Ergebnis von 2,2 Millionen Euro“, konstatierte Lillteicher im Ratssaal.

Bilanzierter Mehrwert

Beigetragen zur Erfolgsgeschichte hat auch die allgemein gute Wirtschaftslage, denn Beelen kassierte 155 000 Euro zusätzlich als Umsatz- und Einkommenssteueranteile (2,4 Mio. Euro). 295 000 Euro Mehreinnahme sind einem buchhalterischen Effekt zu verdanken: Die Veräußerung von kommunalen Grundstücken führte zu einem bilanzierten Mehrwert, erläuterte Lillteicher. Ein Dorn im Auge ist Lillteicher, der die meisten Aufwendungen und Erträge (Sachleistungen, Abschreibungen, öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte, Kostenerstattungen) in ihrer Höhe messerscharf prognostiziert hatte, die Schwankungen bei den Rückstellungen. „Da sind uns die Hände gebunden“, sagte er mit Blick auf einen Aufwand von 140 000 Euro für die Pensionskasse. Eine Fachstelle hatte gegenüber der Gemeinde für 2014 mit einem Betrag von 20 760 Euro gehandelt, tatsächlich waren es 140 000 Euro. „Wie man sich so vergaloppieren kann, ist mir ein Rätsel“, kommentierte Lillteicher.

Mehr Asylanten

Der Kämmerer bereitete die Ratsfraktionen auf einen zusätzlichen Ausgabenposten vor. Für die zurzeit in Beelen weilenden 37 asylsuchenden und geduldeten Personen habe die Kommune insgesamt 18 000 aufgewendet. „Ab heute ist die Tendenz steigend.“ Das bestätigte Elisabeth Kammann: „Wir müssen täglich mit Personen-Zuweisungen rechnen“ , sagte die Bürgermeisterin. Darauf müsse sich Beelen einstellen – auch mit Baumaßnahmen.

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