Gläubige machen sich auf zum Bethlehemgang
Der Abschluss des Bethlehemgangs fand in der Scheune der Familie Flamme-Ostermann statt. Den Gesang der Gläubigen begleitete Dorothea Werthenbach mit ihrer Gitarre.

Der Wind peitschte den Regen die Hosenbeine entlang, Teilnehmer suchten Schutz unter ihren Schirm, Gespräche fanden so gut wie nicht statt, jeder konzentrierte sich auf seinen Weg.

Dabei tappten die Wanderer nicht im Dunkeln, leuchteten doch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr den Weg mit Fackeln aus. Wer dann am Ende den Rückweg noch allein und ohne Licht bei Wind und Wetter unter die Füße nahm, der konnte dem Schicksal von Maria und Josef noch intensiver nachspüren. Aber auch der Hinweg war so ungemütlich, dass jeder Teilnehmer froh war, endlich ein Dach über den Kopf zu haben. Die Familie Flamme-Ostermann hatte nicht nur eine Scheune zur Verfügung gestellt, in dieser war es auch noch muckelig warm. Wie schön es ist, ein Dach über dem Kopf zu haben, merkten die Gläubigen an diesem ungemütlichen Abend, und so mancher wird daran gedacht haben, dass so viele Menschen aktuell in der Welt nach diesem suchen.

Die Erwachsenen und Kinder, die sich auf den Weg gemacht hatten, erlebten Gastfreundschaft pur. Das heilige Paar wurde vor 2000 Jahren abgewiesen, die Familien Flamme und Ostermann hingegen hießen jeden willkommen und schenkten heiße Getränke aus. Pastoralreferentin Andrea Hinse hatte bereits in der Kirche zur Einstimmung auf den Weg durch Kälte, Nässe und Dunkelheit ein Foto von der Einsamkeit von Maria und Josef gezeigt. Sinnige Texte und schöne Lieder bereicherten den Abend.

Der Stallgeruch, die Gemeinschaft, Wind und Wetter, ein Dach über dem Kopf: Diese Erfahrungen konnten deutlich machen, dass Weihnachten mehr ist als die vielbesungene Idylle vom Knaben im goldigen und lockigen Haar.

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