Glaube ohne Kirche? Für Pfarrer kein Problem
Bild: Plautz
Bei Cornelius Bury werden vor allem Ökumene und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen großgeschrieben.
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Allerdings hat die Gemeinde am Axtbach kein evangelisches Gotteshaus mehr, da die Heilig-Geist-Kirche entwidmet worden ist („Die Glocke“ berichtete). Doch aufgrund der starken Ökumene, die in Beelen herrscht, stellt das für Pfarrer Cornelius Bury kein Problem dar. Das katholische Altenzentrum Haus St. Elisabeth stellt den Protestanten einmal im Monat seine Kapelle für evangelische Gottesdienste zu Verfügung. Pfarrer Norbert Happe, der die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist leitet, und Pfarrer Bury haben einen ökumenischen Männerkreis ins Leben gerufen. Im Bereich der Ökumene ist mit Beginn des Frühlings noch ein ökumenischer Lauftreff geplant, bei dem jeder mitmachen und die Warendorfer Landschaft sowie die Gemeinschaft genießen kann. Der gebürtige Gelsenkirchener möchte aber wesentlich mehr bewegen. „Neben den Terminen und Pflichten als Pfarrer ist aber auch viel Zeit für Veränderung“, erzählt Cornelius Bury gegenüber der „Glocke“. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf der religionspädagogischen Bildung, weshalb er sich besonders im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit einsetzen möchte. Der Konfirmationsunterricht findet im dritten Grundschuljahr und fünf Jahre später im Jahr der Konfirmation statt. Diese Lücke empfindet Cornelius Bury als zu groß und ruft deshalb ein Patenprogramm ins Leben. Dies spricht fünf- und zehnjährige Kinder sowie ihre Paten an. So versucht der evangelische Pfarrer nicht nur die Zeit vor der Konfirmation sinnvoll zu nutzen, sondern auch die Beziehung zwischen Patenkind und Paten zu intensivieren. Da er auch die Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker absolviert hat, will er durch Musik auch mehr Jugendliche in die Kirche locken. „Eine Kirchenband könnte ich mir auch vorstellen“. Bereits als Kind hatte Bury nach eigener Erinnerung eine starke Nähe zur Kirche. „Meine Mutter war Leiterin des Kindergartens“, berichtet der 40-Jährige. Dadurch wurde der erste Kontakt zwischen ihm und der Kirche hergestellt. „Ich wurde viel durch Pfarrer in meinem Leben als Kind geprägt und dachte mir schließlich, dass dieser Beruf gut zu meinen Stärken passt.“ Cornelius Bury sagt vor allem zu, dass er das Spektrum des Lebens begleiten und von der Liebe Gottes erzählen kann. „Dafür auch noch bezahlt zu werden, ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann“, sagt der dreifache Familienvater.

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