Grundschüler retten Rehkitz
Bild: Stempfle
Unbeweglich und still liegt das Rehkitz im hohen Gras. Grundschülerin Jessica hat es entdeckt und es damit vor dem Mähwerk des Landwirts gerettet.
Bild: Stempfle

Die Schüler der Offenen Ganztagsschule halten respektvoll Abstand zu dem Rehkitz, das sie mit großen Augen anstarrt. „Tiere in diesem Alter haben noch keinen Fluchtinstinkt“, erklärt Theo Steiling, der die Aktion auf dem Feld von Jürgen Hagenbrink organisiert hatte, um die Kinder für das Schutzbedürfnis des Rehnachwuchses zu sensibilisieren.

Mit schnellen Schritten überquert Steiling die rund einen Hektar große Grasfläche, holt Handschuhe und ein Handtuch, während die Mädchen und Jungen still im Halbkreis um das Rehkitz herumstehen. Kaum zurück, breitet Steiling das Handtuch neben dem Kitz aus, legt Grasbüschel darüber und darauf das junge Reh. Dabei erklärt er den Kindern, wie wichtig es ist, Kitze niemals mit bloßen Händen anzufassen. Denn: „Die Mütter riechen den Menschen und könnten ihr Kind abstoßen.“

Der Rentner, der bereits mehrfach Aktionen organisiert hat, um Schülern die Natur näherzubringen („Die Glocke“ berichtete) , ist sichtlich gerührt, als er das Kitz an den Rand des Feldes trägt und dort ablegt. Dort ist es sicher vor den Traktoren mit ihren angehängten Mähwerken. „Mit meinen 70 Jahren ist mir so etwas nicht passiert“, gesteht er den Kindern. Während er zu der Gruppe zurückkommt, schreckt er einen weiteren Feldbewohner auf: Ein Fasan flattert erschreckt vor ihm auf und fliegt davon.

Den wachsamen Augen von Jessica sei Dank, dass das Kitz nun eine gute Überlebenschance hat. Um den Kindern zu verdeutlichen, wie gefährlich es für Tiere sein kann, sich in hohem Gras aufzuhalten, hatte Steiling die OGS eingeladen. „Rehmütter“, so erklärt der Jäger, „legen ihren Nachwuchs gern im hohen Gras ab.“ Dort bleiben die Kitze liegen, die Muttertiere kommen regelmäßig zurück, um die Jungtiere zu säugen. „Vom Traktor aus sieht kein Landwirt ein unbeweglich liegendes Kitz“, erklärt Steiling. Werden die Felder gemäht, kommen immer wieder Jungtiere dabei zu Tode.

Mehr dazu am Montag in der Lokalausgabe Warendorf.

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