Hoher Standard gegen schlechtes Image
Bild: Stempfle
Ortsbesuch an der Gartenstraße: (v. l.) Investor Heinz Hüsing, die Mieter David und Susanna Löwen und die Architekten Oliver Spiekermann und Michael Lischke.
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 „Hier soll sozialer Wohnungsbau entstehen.“ Sie wissen um das schlechte Image dieser Art des Mietwohnungsbaus und haben zum Ortstermin geladen.

Vor drei Jahren haben die beiden Harsewinkeler schon einmal in Beelen gebaut, das Haus an der Gartenstraße verfügt – wie am Mühlenweg geplant – über geförderten Wohnraum. Großzügige Balkone, eine saubere Straße und liebevoll dekorierte Fenster: „Wer von Sozialwohnungen spricht, denkt in der Regel an Müll auf dem Vorplatz und Graffitis an den Wänden“, sagt Heinz Hüsing und zeigt auf das Mietshaus an der Gartenstraße. Der Investor betont: „Diese Vorurteile sind allesamt falsch.“

Die beiden Harsewinkeler kennen sich aus, vor 17 Jahren haben sie die ersten Häuser im sozialen Wohnungsbau errichten lassen. Gut 50 Wohnungen haben sie unter anderem in Harsewinkel und Marienfeld an Menschen vermietet, die unterhalb einer festgesetzten Einkommensgrenze leben und somit Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben. Der muss bei der Gemeinde beantragt werden, die ihn an den Kreis zur Bewilligung weiterleitet. Asylbegehrende Ausländer können keine Sozialwohnungen beziehen.

Der Großteil ihrer Mieter sind Pensionäre, die Rente reicht oftmals nicht aus, um auf dem freien Wohnungsmarkt eine Unterkunft zu finden. „Oft sind das alleinstehende, ältere Frauen, die an der Armutsgrenze leben“, weiß Heinz Hüsing. Er hat die Erfahrung gemacht, dass gerade diese Mieter höflich, zuvorkommend und dankbar sind. Viele kennen er und Reinhard Korf persönlich, denn: „Wir begleiten die Menschen und sind für Wohnbedarfe die ersten Ansprechpartner.“

Der soziale Wohnungsbau wird durch Landesmittel von der NRW.Bank gefördert. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: Die Wohnungen sind allesamt barrierefrei, altengerecht und verfügen jeweils über einen Balkon. Durch die Förderung durch Landesmittel ist eine Mietpreisbindung für 30 Jahre festgeschrieben, die Bewohner der Wohnungen in Beelen bezahlen 4,45 Euro pro Quadratmeter. Dazu sind in den Gebäuden, die einen erhöhten Energiestandard vorweisen können, Aufzüge vorhanden. „So würden wir überall bauen“, unterstreicht Korf mit Blick auf das Mietshaus an der Gartenstraße, „denn sozialer Wohnungsbau ist nicht minderwertig, sondern modern und auf dem neusten Stand“.

Die Ansprüche der Menschen, sagt Hüsing, seien, was Wohnraum angehe, überall gleich – egal, ob es sich beim Mieter um einen Millionär oder einen Straßenkehrer handele. „Die Menschen möchten sichere, saubere, helle und moderne Wohnungen, in denen sie sich zu Hause fühlen.“

Mehr dazu in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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