Im Funkenflug wird Schrott zu Kunstwerken
Bild: Hilleke
Sicherheit geht vor: Beim Schweißen wird nicht auf die schützende Maske verzichtet.
Bild: Hilleke

Am Wochenende hat solch ein Angebot in Beelen stattgefunden. „Wir machen Arbeiten mit Steinen und auch Kettensägen. Warum nicht auch Schweißen?“, fragt der gelernte Maschinenbaukonstrukteur.

Schließlich trafen sich Sobhani und Josef Wibbelt. Wibbelt, ein gelernter Metallbauer, hatte angefangen, selbst künstlerisch Metall zu verarbeiten und durch Zufall kamen die beiden zueinander. Die Kurse für das Kunstschweißen gestalten sie seitdem gemeinsam. „Josef kümmert sich um die Schweißarbeiten und ich etwas mehr um das Künstlerische“, erläutert Sobhani. Materialien für den Kursus bringen die Teilnehmer meist selbst mit. Dinge, die sonst auf Dachböden oder in Garagen verrotten würden. „Wichtig ist nur, dass es schweißbar ist“, erklärt der Künstler. Der Fantasie sind auch im Kunstschweißen keine Grenzen gesetzt.

Aus alt mach neu. Gemäß diesem Motto gehen die Künstler zu Werke. Aus alten Waffeleisen werden mit einigen Extras kleine Gartengnome und aus langgeschwungenen Metallstangen Drachen und Monster, die über Haus und Garten wachen. Gerade beim Schweißen geht die Sicherheit vor, weswegen immer mit Schutzmaske, Handschuhen und dickem Kittel gearbeitet wird. Die Teilnehmerzahl pro Kursus wird auch deswegen sehr klein gehalten. Mit fünf bis sechs Hobbykünstlern entsteht gleichzeitig eine persönlichere Atmosphäre.

„Die Meisten haben keine Vorkenntnisse im Umgang mit Schweißgerät, Flex oder anderen Werkzeugen“, sagt Sobhani. Vielleicht sind auch deswegen viele Kursusteilnehmer Frauen. „Sie können sich hier mit den Werkzeugen austoben“, erklärt Sobhani das Phänomen.

Die Teilnehmerinnen sind begeistert von dem Kursus, den einige schon mehrmals besucht haben und der in Kooperation mit der Volkshochschule Reckenberg-Ems angeboten worden ist. „Es ist einfach etwas Anderes“, sagt eine Teilnehmerin.

Auf dem Hof von Josef Wibbelt hat sich schon so manches künftige Kunstwerk gesammelt. Teilnehmer bringen ihren Schrott mit und können diesen auch für andere vor Ort lassen. Alte Schaufeln, Hufeisen, Zahnräder oder größere landwirtschaftliche Geräte stapeln sich in der Scheune des Beeleners. Bei dem Kursus geht es nicht darum, die Teile großartig zu verändern, sondern mit den vorhandenen Formen etwas Neues und vielleicht gänzlich Anderes zu schaffen.

Ein bis zwei Figuren schafft ein Teilnehmer an einem Kursusnachmittag. Meist sind die Figuren später in Gärten wiederzufinden, weiß Sobhani. Bei Teilnehmern, die schon einige Figuren geschweißt haben, meint der Künstler, auch Handschriften erkennen zu können. „Es ist wie beim Malen. Der Künstler hinterlässt sozusagen sein Zeichen“, sagt er. Anmeldungen können über die VHS Reckenberg-Ems oder Reza’s Künstlerhof eingereicht werden.

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