Im Schneckentempo durch das weltweite Netz
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Langsam ist das Internet besonders im Außenbereich der Gemeinde. Um das zu ändern, ist die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf und die Gemeinde Beelen im Gespräch mit einem Privatinvestor.
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Davon kann Dirk Hülskötter ein Lied singen. Familie Hülskötter wohnt in der Bauerschaft Hemfeld und kann von schnellem Internet nur träumen. „Jahrelang hatten wir eine 1000 kBit/s-Leitung. Das war eindeutig zu langsam“, sagt Dirk Hülskötter. Weil ein LTE-Mast in Herzebrock-Clarholz aufgebaut worden war, wechselte Hülskötter den Anbieter und damit auch die Technik. Das Ergebnis: Die Verbindung in das World Wide Web wurde schneller, im Gegenzug nahm die Zuverlässigkeit rapide ab.

„Oft fiel das Telefon aus, der Router funktionierte auch nicht“, erklärte Hülskötter. Als eine Nachbarin mit dem Rad stürzte und versuchte, die Familie telefonisch zu erreichen, jedoch das Telefon wieder keine Verbindung bekam, reichte es Hülskötter. Er kündigte den Vertrag und wechselte erneut, diesmal zur neuartigen IP-Technik. Seit Januar ist er wieder Kunde beim Unternehmen mit dem magentafarbenen Buchstaben. Ruckelfreies Anschauen von Videos im Internet ist zwar auch mit einer 3500 kBit/s-Leitung noch nicht drin, aber wenigstens sei die Verbindung stabil, so Hülskötter.

Das Problem mit dem langsamen Internet ist der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (Gfw) bekannt. Der Ortskern Beelens sei zwar ausreichend versorgt, doch außerhalb bestehe – wie in vielen Kommunen – Nachholbedarf, so Ralf Hübscher von der Gfw. Er erklärt, dass der Breitbandausbau sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen wichtig sei. Die Leistungsfähigkeit der Internetverbindung beeinflusse maßgeblich die Wahl des Standorts, vor allem für Wirtschaftsbetriebe, die auf sichere und schnelle Datenübermittlung angewiesen sind.

Die Anforderungen an das Breitbandnetz steigen exponentiell, so Ralf Hübscher von der Gfw. Den Glasfaseranschluss bis ins Haus nannte er auf lange Sicht als optimale Lösung. Seit vergangenem Jahr sind die Gemeinde und die Gfw mit einem Privatinvestor im Gespräch, der sich für Beelen sowie weitere Gemeinden und Städte im Kreis interessiert. Das Unternehmen baut ein Glasfasernetz ohne öffentliche Fördermittel. Dafür ist die Beteiligung von mindestens 40 Prozent der anschließbaren Haushalte notwendig. Eine Verknüpfung mit Fördergeldern sei möglich, so Hübscher, wenn die Nachfrage hoch genug sei, um das Projekt zu verwirklichen. Das sei eine gute Lösung für alle Beteiligten. Ob das Unternehmen in Beelen aktiv werde, könne Hübscher zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, doch es sei wichtig, den Bürgern klar zu machen, dass sich die Investition lohne. Denn sonst könne es Jahre dauern, bis sich wieder eine Firma für die Gemeinde interessiere. Die Umstiegsangebote des Unternehmens seien gut: Es gebe die Möglichkeit, alte Verträge auslaufen zu lassen, zudem sei das Preismodell akzeptabel. Für die Gfw sind besonders Investitionen in die Gewerbegebiete interessant.

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