Jugendtreff ist Vorreiter bei fairem Handel
Bild: Driftschröer
Mit jahrelanger pädagogischer Arbeit und seiner kritischen Grundhaltung zum Konsum legte der Jugendtreff den Grundstein für die „Fairtrade-Kampagne“. Fair gehandelte Produkte werden ebenso angeboten wie umfassende Informationen.
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Initiiert worden war die Kampagne durch Martin Werner und Jana Kemper, die in ihrer Arbeit im Jugendtreff bereits Ansätze der Fairtrade-Kampagne aufgegriffen hatten. Gastronomen, Geschäfte, die Kirchen, die Grundschule und Vereine entwickeln derzeit Ideen und Umgestaltungen im Sortiment, um die Bedingungen der „Fairtrade-Kampagne“ zu erfüllen.

Dabei ist viel Kreativität gefordert, doch den Grundstein legte bereits der Jugendtreff. Mit jahrelangen Projekten und Angeboten setzte sich in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Prozess in Bewegung, der zunehmend die Wichtigkeit von fairem Handel herausstellte. Da es bisher allerdings noch kein internationales Programm gibt, das „Fairtrade-Häuser“ wie den Jugendtreff auszeichnet, kam die Idee auf, die Gemeinde zu einer „Fairtrade-Town“ auszubauen und sich auf diese Weise aktiv für Gerechtigkeit im Konsum einzusetzen.

„Der Jugendtreff ist schon seit vielen Jahren für seine kritische Beschäftigung mit Konsumverhalten bekannt“, betont Rémi Almodt, Mitarbeiter des Jugendtreffs. Diese Leitidee ziehe sich durch viele verschiedene Bereiche wie Konzerte, Infoveranstaltungen und lokale sowie internationale Projektarbeit.

Auch im Alltag des Jugendtreffs macht sich die kritische Einstellung zu Konsum häufig bemerkbar, wenn zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern gebacken oder gekocht wird. „Wir kochen nur vegetarisch und hin und wieder auch vegan, sodass sich die Kinder fragen sollen, woher etwas kommt und warum sie bestimmte Lebensmittel brauchen oder ob es sich auch auf einige verzichten lässt“, erklärt Rémi Almodt.

Auch bei dem Bedrucken von Textilien wie T-Shirts oder Taschen setzt der Jugendtreff auf Fairtrade-Produkte. Somit will die Einrichtung gegen Kinderarbeit und Ausbeutung vorgehen, indem sie fairen Handel unterstützt. „Die Absicht, als Gemeinde an der Kampagne teilzunehmen, sollte das Hinterfragen der eigenen Moral sein, sodass man Menschen das zukommen lässt, was sie verdienen“, erläutert Rémi Almodt.

Dies heiße konkret: die Förderung von Kleinbauern in Entwicklungsländern, die Schaffung von guten Arbeitsbedingungen sowie der Ausbau von Bildungssystemen. „Es ist eine Frage von Menschlichkeit: „Mit dem Fairtrade-Siegel können wir sowohl im Jugendtreff als auch mit der gesamten Gemeinde zeigen, dass es immer Alternativen gibt – man muss nur kreative Wege finden“, fasst Rémi Almodt zusammen. Informationen zu der „Fairtrade-Kampagne“ unter www.fairtrade-deutschland.de

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