Jugendtreff wird zum Mode-Atelier
Bild: Kinder
Präsentieren stolz ihre geschneiderten Teile (v. l.): Alina Schwab, Kursusleiterin Anngret Lindemann, Celine Bruns, Jule Fechtelpeter und Alina Bruns sowie Julia Mössner, Tabea Harder und Julia Schwab. „Wir haben aber nicht die passenden Schuhe an“, betonen die stilsicheren Mädchen mit einem Lächeln.
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Im Jugendtreff Beelen wird gearbeitet, dort entsteht schicke Mode. Mit von der Partie ist Jule Fechtelpeter. Die 14-Jährige ist konzentriert, sie ist gerade dabei, ihre abgeschnittene Jeanshose zu verschönern. „Ich nähe Spitzenstoff in die Taschen, zuerst mit der Hand, dann mit der Maschine.“ Ein einfacher Plan, der viel hermacht. Ihr selbst geschneidertes, grau-weißes Kleid ist schon ausgehbereit. Die Beelener Schülerin ist eine von sieben Teilnehmerinnen der viertägigen Ferienaktion des Jugendtreffs am Osthoff 9. Unter Anleitung der Modedesignerin und Künstlerin Annegret Lindemann (58) entwerfen, schneidern und verzieren die Mädchen Kleidungsstücke und Accessoires.

Projekt 2008 ins Leben gerufen

„Create your Haute Couture“ heißt das Projekt, das die Oelderin zum dritten Mal in der Axtbachgemeinde anbietet. 2008 hat sie es ins Leben gerufen. „‚Haute couture‘ ist die hohe Schneiderkunst, bei der man Einzelstücke entwirft und umsetzt“, erklärt sie. „Die Jugendliche sollen erkennen, dass die Mode, die sie selbst kreieren, etwas Besonderes ist. Es ist eine Maßanfertigung und nichts von der Stange.“ Zudem ist der Kursusleiterin wichtig, dass jeder Mensch einzigartig ist – ebenso wie seine selbst entworfene Mode.

Alles beginnt mit der Idee: „Die Mädchen lernen, sich vorzustellen, was und wie es wird“, erklärt die Modedesignerin, die ein eigenes Label hat. Auch die Tipps der Expertin helfen ihnen dabei. Nachdem sie ihre Vorstellungen skizziert haben, vermessen sich die Teilnehmerinnen gegenseitig. Nach der Auswahl des Stoffes wird ein Schnittmuster genutzt und alles wird zusammengenäht. Materialkunde steht zudem auf dem Plan. Im Raum herrscht konzentriertes Schweigen, emsig sind die Mädchen zwischen elf und 14 Jahren bei der Sache „Sie merken auch, wie wertig Stoffe und Produktion sind“, beschreibt Annegret Lindemann. „Schließlich ist alles Handarbeit.“

Trick mit dem Löffel

Alina Schwab näht sich eine Handtasche mit Blumenmuster. Mit einem Löffel zeigt Annegret Lindemann ihr, wie sie den Stoff wieder auf rechts drehen kann. „Ich habe Knöpfe, die sehen aus wie Rosen. Einer würde gut dazu passen“, berät sie die jüngste Teilnehmerin des Kursus. „Die Mädchen sind super“, lobt sie und kramt nach den Rosenknöpfen.

Julia Mössner (13) hat ihr Kleid und ein Kissen schon fertig. Gerade schneidet sie den Stoff für eine Tasche zu: Jeansstoff und Kunstleder sind ihre Wahl. „Ich mache so etwas zum ersten Mal und es klappt bisher ganz gut“, sagt sie stolz und lächelt. Der Umgang mit der Nähmaschine ist für die Mädchen am vierten Kursustag kein Problem mehr. Da wird kurz diskutiert, ob eine Jerseynadel ausreicht und es geht ans Werk.

Stoffe, Garne und bunte Accessoires wie Perlen, Schnallen und Borten sowie die Nähmaschinen hat Annegret Lindemann mitgebracht. „Nimm das ‚Haus vom Nikolaus‘“, ruft sie einer Teilnehmerin hinterher, die zustimmend nickt. Was das heißt, wissen nur Eingeweihte: Denn es geht nicht um den Advent, sondern so nennt die Modedesignerin die Naht, um einen Taschenträger zu befestigen.

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