Laut und anstrengend – so muss es sein
Bild: von Stockum
„Pulled Apart by Horses“ beendeten das Festival.
Bild: von Stockum

Zum Finale allerdings sind die letzten Reserven zusammengerafft und mobilisiert worden. Nachdem der letzte Akkord verklungen war, konnten sich die Veranstalter und 80 Helfer sicher sein, einmal mehr wirklich alles richtig gemacht zu haben. Begonnen hatte das Festival am Freitagabend. Vor allem die Deutschrocker von „Heisskalt“ um Mathias Bloech sorgten mit Einbruch der Dunkelheit für die ersten Tanzwellen unter den Fans: „Vom Stehen und Fallen“ wurde wörtlich genommen. „Paan“ und „Monkey 3“ sowie die übrigen Bands untermauerten, dass „Krach am Bach“ sich den Begriff „Spartenvielfalt“ zu Recht auf die Visitenkarten drucken darf.

Die Leipziger (Paan) verabschiedeten sich lautstark vom klassischen Gesang und frönten ungebremst dem Screamo. Die Schweizer Psychodeliker, die als Instrumentalband unterwegs sind, schickten die erschöpften Besucher weit nach Mitternacht in die Zelte. Mancher schaffte es gar erst nach Sonnenaufgang auf die Luftmatratze.

Wer sich das gesamte Samstagprogramm bei zunächst Bombenwetter auf die Ohren tun wollte, musste Kondition mitbringen. 13 Bands kletterten insgesamt auf die beiden Bühnen der Fliesen-Wiesen. „Marathonmann“ hatten nicht nur ihre frisch gepresste CD im Gepäck, sondern auch einen Fan-Tross, der die Münchner zu ihrem Post-Hardcore-Ausflug nach Beelen begleitete. Unüberhörbar die Band-Anleihen bei Muff Potter und bei den Punks, die immer wieder mahnen: „Und wir vergessen, was vor uns liegt“.

Dass sie den Sprung auf die große Bühne verdient haben, bewiesen „AnnenMayKantereit“. Das Kölner Trio mit personeller Bass-Verstärkung zelebrierte am Nachmittag Tanzmusik vom Feinsten. Die Band schipperte vom Blues zum Rock, streifte Kastagnetten-Sound, verbeugte sich musikalisch vor „Vaya con Dios“ und bedankte sich per Zugabe mit „Wohin du gehst, sagst du nicht mehr.“ Für „AnnenMayKantereit geht es aufwärts“.

Kaum Zeit zum Luftholen blieb dem Publikum in den Abendstunden. Auf „Kamchatka“ folgten „Shaking Godspeed“ und „Radar Men from the Moon“ auf der kleinen Bühne, während als Headliner die „Vogelscheuchen“ von „Scarecrow“, Laura-Mary Carter und Steven Ansell von „Blood Red Shoes“ und „Pulled Apart from the Horses“ schräg gegenüber dem Publikum ordentlich etwas auf die Ohren gaben.

SOCIAL BOOKMARKS