Lebenslang für Mord an Rollstuhlfahrer
Der 50 Jahre alte Angeklagte muss wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge lebenslang hinter Gitter.

Der Angeklagte, der während der 16 Prozesstage zu den Vorwürfen konsequent geschwiegen hatte, quittierte das Urteil mit einem Kopfschütteln.

Dem Alkoholiker war vorgeworfen worden, am 23. Dezember 2017 einen Rollstuhlfahrer in dessen Haus in Beelen aus Habgier getötet zu haben. Die wirtschaftliche miserable Lage des Angeklagten, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, sei ein Hinweis auf das Motiv. Der Tod des 71-jährigen Rentners war in dessen Haus durch massive Gewalteinwirkung, die durch Knüppelschläge auf den Kopf, und Messerstiche in den Rücken herbeigeführt worden.

Die Vorsitzende Richterin Böhner sah den 50-Jährigen unter anderem dadurch überführt, dass an Resten von Baumrinde, die vom Tatwerkzeug stammt, DNA-Spuren festgestellt worden seien, „die eindeutig dem Angeklagten zuzuordnen sind“. „Der Angeklagte kannte die Wohnverhältnisse und entschied nach dem Eindringen in das Haus, das Opfer zu töten. Aus einem Grund: Er wollte das Geld.“ Das fand er demnach im Schlafzimmer des Rentners, der dort stets größere Barbeträge deponierte.

Bei dem Angeklagten hatte die Polizei im Januar bei einer Wohnungsdurchsuchung in Oelde 14 800 Euro Bargeld sichergestellt.

Die Summe soll laut Urteilsbegründung aus dem Haus des Opfers stammen. Die Verteidigung hatte argumentiert, das Geld habe der Angeklagte schwarz verdient. Die DNA-Spuren habe der Angeklagte hinterlassen, als er als Gärtner für das Opfer gearbeitet hatte.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Der Verteidiger kommentierte den Schuldspruch mit „enttäuschend“ und prüft mit seinem Mandanten die Möglichkeit, Revision gegen den Urteilsspruch einzulegen.

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