Maisbrot auch nach Jahrzehnten unvergessen
Bild: Hartmann
48 Teilnehmer hatten sich am Donnerstagmorgen im Pfarrheim zusammengefunden, um das Erntedankfest mit einem Frühstück am herbstlich gedeckten Tisch zu feiern.
Bild: Hartmann

Am Donnerstagmorgen ging es zunächst einmal im Anschluss an einen Gottesdienst ins Pfarrheim, in dem bereits reichlich aufgetischt und herbstlich dekoriert worden war. „Ist doch schön, wenn man sich an so einen gedeckten Tisch setzen kann“, bemerkte Pastor Norbert Happe und erntete Zustimmung.

Mit Brötchen, Aufschnitt und stets frisch serviertem Kaffee versorgt, fand sich die Zeit, sich an Erntedankfeste in der eigenen Kindheit zu erinnern und wie diese begangen wurden: „Überhaupt nicht“, lautete Reinhilde Reikers Antwort. „Ich bin zwar auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber es war ja Krieg“, erklärte sie daraufhin. Die gleiche Erfahrung hatte auch Gertrud Wiengarten gemacht. In Erinnerung geblieben ist ihr noch das Maisbrot, das zeitweise mangels Korn gebacken wurde: „Das sah aus wie der schönste Kuchen, aber geschmeckt hat es nicht.“ In der Nachkriegszeit dagegen fuhr die Landjugend nachmittags mit dem Erntewagen von Haus zu Haus. „Und überall kriegten sie einen Schnaps“, schmunzelt sie, „die waren abends schon ziemlich betrunken.“

Bevor die Teilnehmer anschließend zum Nachtisch übergingen, heiterte Marianne Havelt die Gäste mit zwei Gedichten zum Erntefest auf. Bürgermeisterin Elisabeth Kammann hatte das Nachsehen, hatte doch auch sie das humorvolle Gedicht „Das Samenkorn“ von Joachim Ringelnatz ausgesucht, um es vorzutragen. Stattdessen ließ sie in einer kleinen Rede den einzelnen Wortbestandteilen des Erntedankfests besondere Bedeutung zukommen und stand auch bei politischen Fragen „in dieser wiggeligen Zeit“ Rede und Antwort.

So kam vor allem das allgegenwärtige Thema Flüchtlinge zur Sprache, bei dem seitens der Senioren das Verhalten jener im Straßenverkehr angemerkt wurde, da die Asylbewerber beispielsweise die Wege blockieren würden und so die Radfahrer behinderten. „Wenn wir diese Hinweise bekommen, können wir das mit Dolmetschern oder über die Sprachkurse vermitteln“, so Kammann. „Denn einige kleinere Dinge führen zu viel Frustration und viel Ärgernis“, machte die Bürgermeisterin deutlich. „Aber das muss nicht sein“, betonte sie ebenso und warb für Toleranz und Verständnis. „Erntedank ist auch eine Gelegenheit zu sehen, dass es nicht selbstverständlich ist, genug zu essen zu haben“.

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