Mord und Totschlag im Beelen der 50er
So sah es beim Abschlussball der Tanzschule Keuter im Jahre 1957 aus. Alles hatte seine Ordnung und statt alkoholischer Getränke gab es ausschließlich Kaffee und Kuchen.

So fragte die Presse im Jahre 1954, ob das Beelener Amtshaus „ein Haus des Schweigens“ geworden sei. Verwaltungschef Dr. Lüke und Bürgermeister Wulfheide vermieden es nämlich, die Presse zu den öffentlichen Sitzungen einzuladen. Ein Jahr später musste auf Druck aus dem Kreishaus die Abberufung des Stellvertretenden Bürgermeisters Heinrich Peterkord rückgängig gemacht werden. Aber auch Mord und Totschlag gab es zu jener Zeit.

Im Jahre 1951 wurde ein zugezogener Beelener verhaftet, der in Vohren zum dreifachen Raubmörder geworden war. Ein Jahr später konnte endlich ein Dienstwagen für die Amtsverwaltung angeschafft werden. Gegner argumentierten damals, Fahrrad fahren fördere die Verdauung. Auch Beelens ältester Kegelclub „1885“ kommt in den Berichten vor. Unter anderem ist in dem Buch ein Dokument veröffentlicht, das darüber Auskunft gibt, wie viel Bier Karl Westphal, der immer per Hand die Kegel aufstellen musste, im Laufe der Jahre für seine Dienste bekommen hatte.

1955 wurde in Beelen sogar ein Judoclub ins Leben gerufen. Und 1957 gab es Filmvorführungen für die Jugend im Saal Schumacher. Die Molkereigenossenschaft entwickelte sich, das Krankenhaus mit dem legendären Landarzt Dr. Friedrich Zurbonsen spielt in der Chronik eine Rolle und deutlich wird auch, dass es in den 50er-Jahren andere Promillegrenzen gab.

Wenn der Bischof zu Besuch war, stand das ganze Dorf Kopf und auch schwere Zugunfälle gab es. Kirmes- und Schützenfest in den 50er-Jahren werden für den Leser wieder lebendig, und auch wer diese Zeit nicht selbst erlebt hat, für den ist das Buch von Wilfried Lübbe eine spannende Lektüre.

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