Nicht zwischen Autos über die Straße
Foto: Wiengarten
Die Dienstmütze des Polizisten musste herhalten, um den Kindern zu demonstrieren, dass sie durchaus mit einem Rückspiegel in Kontakt kommen können.
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In den ersten Wochen und Monaten ist nicht nur die Schule an sich eine Herausforderung für die Kids, vor allem der Schulweg kann problematisch sein, denn es müssen Straßen überquert und der Verkehr immer im Auge behalten werden.

Es können beispielsweise schlecht einsehbare Kurven sein oder auch parkende Autos, zwischen denen ein Kind niemals versuchen sollte, die Straße zu überqueren. Denn häufig werden Kinder zwischen Fahrzeugen von Autofahrern wegen ihrer Größe nicht wahrgenommen. Beim Wechseln der Straßenseite müssen Kinder grundsätzlich immer stehen bleiben, nach rechts und links schauen und erst dann gehen, wenn die Straße wirklich frei ist.

Von all diesen Themen und noch viel mehr erfuhren die Erstklässler jetzt im Rahmen einer Unterrichtseinheit mit dem Thema „Mehr Sicherheit für Schulanfänger“. Für die i-Dötze war es besonders spannend, dass diesmal nicht ihre Lehrperson den Unterricht gestaltete, sondern echte Polizisten dies übernahmen. Polizeihauptkommissar und Verkehrssicherheitsberater Richard Rauer war dafür eigens nach Beelen gekommen. Unterstützt wurde er von der Bezirksbeamtin Elke Schlüppmann.

Beide flößten mit ihren Uniformen zwar Respekt ein, präsentierten sich aber offen, locker und mit einem weiten Herzen, so dass die Kinder sie als „Freund und Helfer“ wahrnahmen. Schon nach wenigen Minuten gab es keine Berührungsängste mehr. Nach einer theoretischen Einführung ging es vor das Schulgebäude, direkt in die Praxis.

Auch Eltern können etwas lernen

Erste Station war die Schulbushaltestelle. „Nicht direkt bis an den Bordstein herantreten, denn der Bus kann bis auf den Bürgersteig hineinragen“, schärfte Richard Rauer den Kindern ein. Zu ihrer Sicherheit wünschte der Verkehrssicherheitsberater sich an dieser Stelle vom Schulträger eine weiße Sicherheitslinie.

Die Polizisten zeigten sich hocherfreut über die große Resonanz der Elternschaft. „Ich war schon an vielen Schulen, aber diese Elternbeteiligung ist sensationell“, so Richard Rauer. Die Mütter, Väter und Großeltern konnten bei der Schulung ebenfalls etwas lernen. Denn Rauer und Schlüppmann kennen das morgendliche Szenario an der Schule: Kreuz und quer stehen die Autos, Wagentüren klappen auf und zu, Kinder springen von der Rückbank auf die Straße. Hinter den Windschutzscheiben gehetzte Gesichter von Müttern und Vätern, die ihren Kindern noch schnell etwas hinterherrufen und dann aufs Gaspedal treten, sofern sie nicht von anderen „Eltern-Taxis“ eingekeilt sind. „Fahren Sie möglichst weit auf den Parkplatz der Axtbachhalle und parken Sie möglichst rechts auf den Parkplätzen“, riet der Verkehrssicherheitsberater den Eltern.

Bei der nächsten Demonstration musste die Dienstmütze von Richard Rauer herhalten. Die Schulkinder erfuhren, dass sie mit dem Rückspiegel eines Autos Erfahrung machen können, der sich oft auf Kopfhöhe der Kinder befindet. Den Erziehungsberechtigten gab Richard Rauer noch den Hinweis, möglichst frühzeitig mit ihren Kindern die Verkehrsmobilität zu üben.

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