Pflegeberatung ist Hilfe zur Selbsthilfe
Über ihre Arbeit in der Pflege- und Wohnberatung des Kreises Warendorf berichtet Elisabeth Jasper am Dienstagabend vor den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses.

 „Die Themen ,Wohnen im Alter‘ und auch ,Pflegebedürftigkeit‘gewinnen zunehmend größere Bedeutung“, heißt es in einem Antrag der CDU-Fraktion, nach deren Auffassung sich Rat und Verwaltung genau mit diesem Thema beschäftigen und die Beelener Bürger informieren sollen. Deshalb wurde zur jüngsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses Elisabeth Jasper eingeladen. Die diplomierte Sozialarbeiterin arbeitet seit 20 Jahren für den Kreis Warendorf, seit 14 Jahren ist sie Ansprechpartnerin der Pflege- und Wohnberatung für Jung und Alt des Kreises.

„Wir beraten kostenfrei, wettbewerbsneutral, telefonisch und persönlich“, fasst Jasper vor den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses zusammen. Nach der Auflösung der drei Pflegestützpunkte in diesem Jahr („Die Glocke“ berichtete), seien drei Anlaufstellen für die Wohn- und Pflegeberatung in Beckum, Ahlen und Warendorf eingerichtet worden. „Zusätzlich wurde eine halbe Stelle eingerichtet, die mit einer examinierten Krankenschwester und Diplom-Sozialarbeiterin besetzt wurde“, erklärte Jasper.

Zusammen mit ihren Kollegen habe sie in den vergangenen Jahren eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Beratung in Fragen der Pflege beobachtet. Allein im Juli 2012 habe es 288 Kontakte zu Ratsuchenden gegeben. „Viele wünschen Informationen zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und rechtliche Betreuung“, weiß die erfahrene Beraterin. Daneben seien Wohnraumanpassung und die Krankheit Demenz die beiden beherrschenden Themen ihrer Tätigkeit. „Viele Pflegebedürftige haben Ängste, die Verunsicherung, was Leistungen der Pflegeversicherung angeht, ist groß“, sagt Jasper, die auch Hausbesuche anbietet, um sich vor Ort ein Bild von der Lage und von eventuellen Möglichkeiten der Verbesserung zu machen.

Pflegende Angehörige seien oftmals überfordert und vergäßen sich und ihre Gesundheit. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Jasper. Dazu gehören Angebote zur Entlastung. „Schließlich wollen wir verhindern, dass die Pflegenden von heute nicht die Pflegebedürftigen von morgen werden.“

Für jeden, der sich bei der Pflege- und Wohnberatung des Kreises melde, werde nach individuellen Lösungen gesucht, versicherte Elisabeth Jasper. Hilfe werde den Betroffenen oft kleinschrittig zuteil, um sie auf ihrem Weg zu begleiten. Man halte zudem engen Kontakt zu den Kommunen und den Krankenhaussozialdiensten der umliegenden Hospitäler.

„Wir sind für die Beratung im häuslichen Bereich zuständig, vorrangig für Menschen, die zu Hause gepflegt werden“, betont Jasper. Dennoch seien sie und ihre Kollegen auch Ansprechpartner für Kurzzeitpflege. Überrascht sei sie, dass, obwohl die Pflege- und Wohnberatung schon seit 14 Jahren im Kreis arbeite, vielen Bürgern noch unbekannt sei. Für Beelen ist die Beratungsstelle im Kreishaus zuständig.

Termine können telefonisch oder persönlich in den offenen Sprechstunden vereinbart werden: mittwochs von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 13 bis 16 Uhr bei Elisabeth Jasper,  02581/535026, E-Mail: elisabeth.jasper@kreis-warendorf.de oder bei Claudia Eikel,  02581/535027, E-Mail: claudia.eikel@kreis-warendorf.de

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