Plätze sind für Flüchtlinge knapp
Der Platz wird knapp im Haus an der Warendorfer Straße 8. Die Gemeinde denkt über eine Wohnungsanmietung nach, um einen Engpass zu vermeiden.

Noch Anfang Oktober hatte Verwaltungsmitarbeiter Manuel Rieping dem Rat der Gemeinde mitgeteilt, dass die Platzkapazitäten in Beelen noch nicht voll ausgeschöpft seien und wohl zukünftig ausreichen werden. Doch das Blatt hat sich gewendet. „So langsam bekommen wir kalte Füße“, sagt Rieping im Gespräch mit der „Glocke“. Der Grund für diese Aussage: In den vergangenen Wochen sind der Gemeinde zahlreiche Neuzugänge zugewiesen worden. „Es besteht zwar eine Fluktuation unter den Bewohnern, weil auch Asylbewerber ausziehen, aber fast im Wochentakt nehmen wir neue Flüchtlinge auf“, erklärt Verwaltungsmitarbeiterin Sandy Engbert, die zusammen mit Manuel Rieping bei der Gemeinde zuständig für die Unterbringung ist.

Über oftmals gefahrvolle Wege erreichen Flüchtlinge die Bundesrepublik. Dort werden sie zuerst in einem Auffanglager untergebracht. Über einen Schlüssel, der sich unter anderem aus der Größe der Kommune und deren Einwohnerzahl zusammensetzt, verteilt die Bezirksregierung die Asylbegehrenden auf die Städte und Gemeinden. Ablehnen können diese einen Flüchtling nicht, auch wenn nachweisbar kein Platz für die Unterbringung vorhanden ist. „Wir müssen aufnehmen“, betont Rieping, „und dafür brauchen wir Unterkünfte.“

Die Gemeinde ist zudem dafür verantwortlich, den Flüchtling anzumelden und einen Asylantrag auszufüllen. Weil die Menschen aus allen krisengeschüttelten Teilen der Welt kommen, wird die Verständigung oftmals schwierig. „Englisch klappt gut, französisch leidlich, arabisch gar nicht“, sagt Engbert. In Fällen, in denen die Sprachbarriere zu groß ist, wird mit Händen und Füßen kommuniziert oder auch ein Dolmetscher eingeschaltet. Persönliche Daten können aus den mitgebrachten Papieren übernommen werden, doch Schwierigkeiten ergeben sich schon bei alltäglichsten Dingen. „Vor einigen Tagen wollten wir beim Kauf einer Zugfahrkarte helfen. Sprachlich sind wir bei solch einer Angelegenheit an unsere Grenzen gestoßen, weil der Mann kein englisch und französisch spricht“, gibt Rieping ein Beispiel.

Mehr dazu in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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