Raufen, Rangeln und Toben auf Stundenplan
Bild: Wiengarten
Raufen, Kämpfen, Ringen – nicht gerne in unserer Gesellschaft gesehen. Was früher normal war, ist verboten. Dürfen Jungs noch Jungs sein? Beim Projekt an der OGS durften vierzehn Jungs sich spielerisch ausprobieren.
Bild: Wiengarten

Die Sassenbergerin Angelika Krause hatte sich mit Max Gerwin aus Beelen und Daniel Christian Beckers aus Telgte zu einem Projekt für pädagogische Jungenarbeit zusammengeschlossen. Zur Ausbildung gehört es für alle Erzieher der Fachschule, eine komplette Projektwoche zu planen und zu entwickeln, diese durchzuführen und auch zu reflektieren. Als Thema wählten die drei angehenden Pädagogen das Thema „Jungs, Jungs sein lassen!“. Als Kooperationspartner konnten sie die Beelener Offene Ganztagsschule (OGS) gewinnen. Sie entwickelten ein Angebot für Jungen. Die konnten sich dabei ausprobieren, Grenzen erfahren und Fähigkeiten testen.

„Die Welt ist eng geworden für kleine Jungen“, erklärten die angehenden Pädagogen. Der männliche Nachwuchs fände sich oft in einer normierten, eingeschränkten und langweiligen Lebenswirklichkeit. Es wird nicht gerauft, getobt, und es werden nicht gegenseitig die Kräfte gemessen. „Weibliche Eigenschaften stehen mehr im Vordergrund. Brav und still sein sollen auch die Jungen“, so die Projektleiter.

Das war während des Projekts ganz anders. Nach der Vorstellung fanden sich schnell 14 Jungen, die begeistert teilnehmen wollten. In Zusammenarbeit mit der Beelener Gemeindeverwaltung wurden freie Zeiten in den Turnhallen ausgemacht, die für die Projektwoche gebucht werden konnten. Kämpfen, sich messen, rangeln ohne zu verletzen, Ringen, sich auf Matten am Boden wälzen, Stärke und Geschicklichkeit auszuprobieren, all das und mehr wurde unter Anleitung der drei Projektplaner möglich.

Christina Sennhenn, Leiterin der Offenen Ganztagsschule, beobachtete das Projekt und war sichtlich zufrieden mit dem Engagement der drei angehenden Pädagogen. Sie betonte: „Die Projektwoche ist eine Bereicherung für unser OGS-Angebot.“

Mehr dazu in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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