Schmetterlinge beflügeln Raum für Trauer
Bild: Ebert
Der Schmetterling ist für Stefan Lutterbeck das Synonym schlechthin für einen Kindstod. Aus Ibbenbürener Sandstein hat der in Everswinkel schaffende Künstler und Steinmetz die Stele geschaffen. Cäsars Flaischlens Gedicht „Graue Tage“ ist der Vers entliehen.
Bild: Ebert

Stefan Lutterbeck hat ihnen etwas Lebendiges verliehen. Der Künstler und Steinmetz aus Everswinkel installiert die Säulen auf dem Gräberfeld. Damit nimmt die geplante Umgestaltung eines Friedhofteils Gestalt an („Die Glocke“ berichtete). 110 Quadratmeter sind fortan Kindern reserviert, die keine oder nur ein kurze Chance hatten, das Leben zu genießen.

„Das Bild des Schmetterlings stand für mich nach der Ortsbegehung fest“, sagt Lutterbeck. Die ersten Überlegungen, einen solchen Bereich auf dem Friedhof schaffen zu wollen, reichen vier Jahre zurück. Die Mitinitiatoren, Josef Wiengarten und Klaus Hainke, sind gefragt, als es um die Positionierung der Stelen und Bänke geht. Pflasterung und Hochbeet sollen den Bereich, an dem Früh- und Fehlgeburten ihre Ruhestätte finden, komplettieren, berichtet Georg Micke vom Bauamt.

Die vorgelagerte Fläche, auf der in den vergangenen 30 Jahren insgesamt 13 Kinder beerdigt worden sind, ist bereits umgestaltet worden. „Dort sollen Eltern die Möglichkeit erhalten, die Grabstellen individuell zu gestalten“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Kammann beim Ortstermin. Die bestehenden Ruhestätten blieben unangetastet. Die Gemeinde ist seit drei Jahren Besitzerin der Anlage und deshalb auch für Planung und Umsetzung zuständig. Diese sind auf Initiative der Jungen Gemeinde forciert und im Gemeindehaushalt auf Betreiben der FWG berücksichtigt worden (3000 Euro). Generös ist das Verhalten der Kolpingsfamilie, die das Kunstwerk mit geschätzt 4500 Euro finanziert.

Dazu zählen zwei Bänke, die unterschiedliche Perspektiven auf den Friedhofsteil zulassen. „Hier ist Raum für Trauer“, sagt Elisabeth Kammann gefasst. Wie trostlos Seelenschmerz sein kann, hat Josef Wiengarten erfahren, der auf Wunsch der Mutter jahrelang das Grab eines aus Afrika stammenden Kinds pflegt. Er hatte vor Jahren die Diskussion einer Friedhofumgestaltung in Gang gebracht und Unterstützer gefunden.

Dazu zählt auch Stefan Lutterbeck, der mit Spannung der Segnung entgegensieht. Der Bereich, an dem Schmetterlinge freundlich ein einnehmendes Wesen vermitteln, soll Ostern kommenden Jahres geweiht werden

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