Struwen schmecken mit und ohne Rosinen
Bild: Wiengarten
Renate und Josef Rüschenschulte hatten an der Riesenpfanne alle Hände voll zu tun.
Bild: Wiengarten

 Musste man im vergangenen Jahr einige Besucher des Fastenessens ohne die Spezialität nach Hause schicken, weil der vorbereitete Teig ausgegangen war, so erhöhte man in diesem Jahr die Zahl der Portionen auf Rekordniveau. „Mehr geht nicht“, so Helga Kohkemper, die 14 Kilogramm Mehl, 120 Eier, zwei Kilogramm Zucker, drei Kilogramm Rosinen, zwölf Liter Milch und 14 Päckchen Hefe verarbeitet hatte. Das westfälische Fastenessen wurde aber auch ohne Rosinen angeboten.

Pfarrer Norbert Happe brachte es auf den Punkt: „Es geht beim Fastenessen darum, das Geld und die Zeit, die für die Zubereitung des Mittagessens zuhause eingespart wurden, zu spenden, um denjenigen auf der Welt einen vollen Magen zu ermöglichen, die jeden Tag ein Fastenessen zu sich nehmen müssen.“ Und so füllte sich das bereitgestellte Spendenglas nicht nur mit Kleingeld, sondern auch mit Scheinen. Wem das westfälische Essen nicht zusagte, für den hielten die Organisatoren eine vegetarische Gemüsesuppe bereit. Das Pfarrheim war so voll, dass die Besucher teilweise nach freien Stühlen suchen mussten. Da man eng an eng saß, entwickelten sich angenehme Gespräche. So half das Fastenessen nicht nur den armen Menschen in der Welt, es förderte auch die Kommunikation zwischen den Menschen, die gekommen waren.

Aufgebaut war auch der Eine-Welt-Stand, der diejenigen Besucher anlockte, die sonst nicht zu den Stammkäufern zählen. Das Helferteam bestand vorwiegend aus den Mitgliedern des Ausschusses „Eine Welt“ im Pfarreirat, darüber engagierten sich weitere Gemeindemitglieder und Firmanwärter. Viele packten mit ins Rad, sonst hätte der Andrang nicht bewältigt werden können.

An diesem Morgen ging es aber nicht nur ums Essen. Wie zuvor in den Gottesdiensten unterschrieb man Briefe an den iranischen Präsidenten, um die Freilassung von Mohammed Reza Haddadi zu fordern, der seit seinem 15. Lebensjahr inhaftiert ist und bereits fünfmal hingerichtet werden sollte. Mehr als 150 Beelener beteiligten sich an der Aktion der Warendorfer Gruppe von Amnesty International. Darüber sandte man dem Inhaftierten Grußkarten, um ihm deutlich zu machen, dass es Menschen gibt, die an ihn denken

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