Syrer darf sein Blut nicht spenden
Bild: Wiengarten
Anzapfen ließen sich Franz-Josef Hanewinkel und Gerda Stuckstedte beim Blutspendetermin in der Axtbachhalle. Die Beelenerin Ulrike Winnemöller hat keine guten Erfahrungen gemacht und wird wohl vorerst kein Blut mehr spenden.
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Wütend ist Ulrike Winnemöller immer noch angesichts der zum Teil respektlosen Art und Weise, wie ein Mitarbeiter des Blutspendediensts West mit ihrem syrischen Bekannten umgegangen ist. Seit anderthalb Jahren lebt der Freund ihrer Tochter nun in Deutschland und wollte etwas Gutes tun – nämlich sein Blut spenden. Dafür musste er sich bei Mitarbeitern des Beelener DRK anmelden und einen Fragebogen als Spender ausfüllen.

 „Selbst für einen Muttersprachler ist dieses Beamtendeutsch zum Teil schwer zu verstehen“, sagt Winnemöller. Deshalb habe ihre Tochter geholfen, was einem DRK-Mitarbeiter aufgefallen sei. Der habe sich mit den Worten „Wenn er die Sprache nicht verstehe, können wir auch auf sein Blut verzichten“ eingemischt. Der Syrer müsse den Bogen alleine ausfüllen. Eine Diskussion entstand, in der der Mitarbeiter behauptet haben soll, dass 80 Prozent des Blutes, das Flüchtlinge spendeten, verseucht sei und sowieso alle Flüchtlinge Aids und Hepatitis einschleppen würden.

Die Äußerungen des Mitarbeiters seien nicht angemessen und fehl am Platz gewesen, sagte Claudia Müller, Pressesprecherin des Blutspendediensts West auf „Glocke“-Nachfrage. Dennoch: In der Sache hätten die Mitarbeiter richtig gehandelt. Der Fragebogen zu möglichen Erkrankungen müsse allein ausgefüllt werden, weil sensible Auskünfte abgefragt würden. Es gebe statt des deutschen aber auch einen englischen Fragebogen. Das Blut werde zwar auf viele Infektionserkrankungen getestet, jedoch nicht auf alle, so Müller. Wenn das Risiko für mögliche Infektionen zu groß sei, werden potenzielle Spenden ausgeschlossen – unabhängig von ihrer Nationalität.

Vor allem für Menschen aus Malaria-Regionen gebe es strenge Regeln. Sie sind vier Jahre von einer Blutspende ausgeschlossen. Auch in Syrien gebe es Malaria-Gebiete. Die vom Blutspendedienst eingesetzten Ärzte könnten aber diese Regionen benennen, schließlich seien sie mit aktuellem Kartenmaterial ausgestattet. Verständnis hat die Pressesprecherin für die Verärgerung, die die Abweisung in Beelen hervorgerufen habe. „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass Flüchtlinge ihr Blut spenden wollen. Doch oftmals ist das Infektionsrisiko aufgrund ihrer Flucht zu hoch.“

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