Unterschätztes Heilkraut voller Vitamine
Foto: Wiengarten
Diese Brennnesseln wachsen in einem Gebiet zwischen Ostenfelder und Westkirchener Straße. Überall in Beelen sind solche Fleckchen zu finden.
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 Die Pflanze hat viele gute Eigenschaften und kann nicht nur stechen und brennen. Sie ist quasi ein Allroundtalent. Deshalb wurde sie bereits zum Heilkraut des Jahres gekürt.

Viele Heilpraktiker und auch Ärzte empfehlen ihren Patienten die heilende Wirkung der Brennnessel. Diese hängt mit den in der Pflanze enthaltenden Wirkstoffen zusammen, die sich nicht nur auf die Blätter, sondern auch auf den Stiel und die Wurzeln verteilen. So kann das Heilkraut mitunter die Nierentätigkeit anregen und bei Arthrosebeschwerden helfen.

Durch ihre vielen Vitamine und ihren Mineralstoffgehalt kann die Brennnessel außerdem die Folgen eines Eisenmangels, der sich durch Hautblässe, Müdigkeit und durch zu niedrige Eisenwerte im Blut zeigt, ausgleichen. Wer Unwissende beeindrucken will, kann die Brennnessel gefahrlos berühren, indem er sie von unten nach oben mit der Hand überstreicht. Das ist ohne ein Stechen möglich, weil die Brennhaare nach oben gerichtet sind.

Brennnesselblätter enthalten einen antibakteriellen Wirkstoff. Um Rohmilch länger haltbar zu machen, gab man früher der frisch gemolkenen Milch eine Hand voll Brennnesselblätter bei. Lebensmittel wie Frischfleisch oder Fisch wurden aus demselben Grund zur Aufbewahrung in Brennnesselblätter eingewickelt. Die Pflanze enthält besonders viel Vitamin C und ist reich an Proteinen und Mineralien wie Eisen, Kalium und Magnesium. Weiterhin enthält sie wichtige Aminosäuren. Auch die Samen sind essbar und enthalten einiges an Proteinen und Eisen.

Die halbreifen Samenstände der weiblichen Brennnessel werden abgeschnitten und die in ihr enthaltenen Samen durch Schütteln im Sieb herausgelöst. Anschließend werden sie in einem Dörrautomaten oder bei mittlerer Hitze im Backofen geröstet und dadurch haltbar. So können sie auch beim Brotbacken in den Teig integriert werden anstatt zum Beispiel Leinsamen. Alle Teile der Brennnessel können verzehrt oder als Tee getrunken werden.

Aufgrund ihrer Fülle an Vitalstoffen gilt sie als Superfood. Sie hilft bei Arthrose, Rheuma, Prostatabeschwerden und Blasenproblemen und kann entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa positiv beeinflussen. Das aus den Samen hergestellte Haartonikum hat eine vitale Wirkung auf die Kopfhaut. Brennnesseljauche für die Pflanzen ersetzt zudem Kunstdünger und Pestizide.

Die Pflanze wächst auf stickstoffhaltigem Boden und ist auch eine Zeigerpflanze. Vieles kann man mit Brennnessel machen, indem man sie täglich in den Kochalltag integriert. Neben dem Trocknen für den Vorrat im Winter kann sie auch in Gemüseeintöpfe gegeben oder als Spinat zubereitet werden. „Am besten recherchieren Interessierte in Kräuterbüchern oder im Internet nach geeigneten Rezepten. Dort gibt es auch Tipps für Öl und Essig zum selbst herstellen“, meinen Kräuterexperten.

Aktuell ist die Brennnessel an vielen Orten frisch und hoch gewaschen. Sie kann gut gesucht werden. Die Hitze und anhaltende Trockenheit haben noch nicht zu viel Schaden angerichtet. „Jetzt auf die Suche“, so die Devise, denn in Beelen gibt es viele schöne Plätzchen zu finden, die geschützt und unverschmutzt sind.

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