Vom Aktionstag zur Ausbildung
Bild: Stempfle
Bei der Inspektion eines Rasenmähers half Regina Reifenschneider (l.) der Gesellin Lisa Venne.
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 „Die Finger sind noch dran“, sagt die Schülerin und lacht. Unter Aufsicht von Gesellin Lisa Venne erhält Regina Reifschneider an diesem Tag Einblicke in Berufe, die vor allem von Männern ausgeübt werden.

Wenn es um Erfahrungen geht, ist die Schülerin bei Lisa Venne genau an der richtigen Adresse. Denn: „Ich habe vor sechs Jahren als erstes Mädchen überhaupt den ,Girls Day‘ bei Rampelmann und Spliethoff verbracht“, erinnert sich die Gesellin, die im Januar erfolgreich ihre Prüfung zur Mechanikerin für Land- und Baumaschinen bestanden hat. Und weil ihr der Tag in dem Beelener Unternehmen so viel Spaß gemacht hat, folgten zwei Schulpraktika. Nahtlos ging es für Lisa Venne weiter bis zur Ausbildung.

Gerade einmal neun junge Frauen absolvieren derzeit ihre Ausbildung zur Mechanikerin für Land- und Baumaschinen in Nordrhein-Westfalen. „Eindeutig zu wenig“, finden Paul Spliethoff und Paul Rampelmann. Unter ihren 14 Auszubildenden findet sich derzeit nur ein Mädchen. Und dabei haben nicht nur Unternehmen im Bezug auf das Betriebsklima etwas davon, zukünftig auf Frauen zu setzen. „Das fängt schon in der Berufsschulklasse an“, weiß Paul Rampelmann. „Sobald ein Mädchen in der Klasse ist, läuft der Unterricht geordneter und disziplinierter.“

Schon bald können es sich technisch ausgerichtete Unternehmen nicht mehr leisten, junge Frauen als potenzielle Auszubildende zu vernachlässigen. „Der Fachkräftemangel macht sich überall bemerkbar“, erklärt Rampelmann. Deshalb seien Aktionstage wie der „Girls Day“ dazu geeignet, den Mädchen der achten Klassen einen Einblick zu gewähren in Bereiche, die sie bis dahin als möglichen Berufswunsch noch gar nicht auf dem Zettel hatten.

Ob auch Regina Reifschneider es Lisa Venne nachmachen will, und einen Beruf im technischen oder handwerklichen Bereich ergreifen wird, weiß die Schülerin heute noch nicht. Aber der Anfang ist gemacht. Stolz kann sie heute berichten, dass sie selbst einen Fahrantrieb repariert hat.

Mehr dazu lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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