Wecker klingelt nachts um halb vier
Mit dem kleinen Schlepper streuen Ludger Schürhörster und seine Kollegen vom Bauhof die Bürgersteige der Gemeinde. Zusätzlich haben sie einen großen Schlepper für die 13 Kilometer lange Schulbusstrecke und die Straßen innerorts. Vom vergangenen Winter lagern in der Halle des Bauhofs derzeit noch 30 Tonnen Streusalz.

Die Hoffnung auf einen schneefreien Winter haben Ludger Schürhörster und Dietmar Knorr noch nicht. „Für solche Prognosen ist es noch zu früh, der Winter fängt gerade erst an“, sagt Knorr. Auch Schürhörster weiß, dass das Wetter noch umschlagen kann. Die beiden Mitarbeiter des Bauhofs werden es wissen, immerhin arbeiten sie zusammengerechnet seit 40 Jahren in ihrem Beruf.

Komplett ausgefallen ist der Winterdienst bisher aber auch nicht. In einigen Nächten waren die Temperaturen kritisch. Ende November habe einmal an Stellen gestreut werden müssen, an denen es schnell glatt werde. Dazu gehören Holzbrücken und Straßen mit wenig Unterbau. Das Streusalz-Lager des Bauhofs ist deshalb gut gefüllt. Die Vorräte lagern dort noch vom vergangenen Winter. 30 Tonnen sind es derzeit. „Ablaufen“ kann das Salz aber nicht. „Es wirkt genau so gut wie im vergangenen Winter“, sagt Schürhörster.

Wie beim Bauhof im Winter üblich, hat jede Nacht ein Mitarbeiter Streuwache. Bei kritischen Temperaturen überprüft er morgens um halb vier das erste Mal die Witterungsverhältnisse. „Auf den Wetterbericht können wir uns nicht hundertprozentig verlassen“, sagt Knorr. Deshalb werde der Wecker gestellt. Wie kalt ist es wirklich? „Sind die Temperaturen um null Grad, fahre ich los“, sagt Schürhörster. Die Ostfeldstraße und die Dreingaustraße fährt er als Erstes an. Ist es dort glatt, gibt es in der ganzen Gemeinde Glätte. Dann klingelt er seinen Kollegen aus dem Bett, um bis um sieben Uhr die Straßen „glattfrei“ zu bekommen.

Manchmal allerdings schlägt das Wetter frühmorgens noch um. Reißen die Wolken auf und die Kälte schlägt nieder, kann es auch um halb sieben erst glatt werden. „Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur einmal, sondern regelmäßig kontrollieren“, sagt Knorr. Aufgrund der milden Temperaturen stellen sich die Mitarbeiter des Bauhofs derzeit aber nur selten den Wecker auf halb vier. Arbeit haben sie trotzdem genug: Sie bessern das Pflaster der Bürgersteige aus, sind in den Grünanlagen und führen Reparaturarbeiten durch. „Keine Arbeit gibt es bei uns nicht“, sagt Schürhörster.

SOCIAL BOOKMARKS