Zuschuss für Katzenkastration
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Klopf, klopf: Die Population wilder Katzen wächst auch in Beelen. Um der unkontrollierten Vermehrung Herr zu werden, bietet die Gemeindeverwaltung nun finanzielle Unterstützung für die Kastration von „Stubentigern“ an.

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Damit möchte die Gemeinde Katzenbesitzer unterstützen, die bereit sind, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Viele Katzen leben auf der Straße. In der Regel stammen diese Streunerkatzen von nicht kastrierten Hauskatzen ab. Aber auch verwilderte Hauskatzen, die unter anderem bei einem Umzug zurückgelassen wurden, und wild geborene Katzenkinder verstopfen die Tierheime, weil sie schwer vermittelbar sind. Nahezu alle Kommunen in NRW kämpfen gegen die Überpopulation von Katzen, die Tierheime sind ständig überfüllt. Deshalb werden immer wieder Aufnahmestopps verhängt. „Warum aber werden so viele Katzen von ihren Besitzern nicht kastriert?“, fragt die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung. Gründe dafür seien unter anderem die fehlende Bereitschaft der Halter, für eine Kastration Geld auszugeben. Aber auch Unwissenheit oder einfach nur Bequemlichkeit führen laut Verwaltung dazu, dass sich Katzen zu stark vermehren. Ein häufig genanntes Argument zur Fortpflanzung von Katzen – „Das ist eben Natur“ – sollte ein gewissenhafter Besitzer nicht vorschieben.

„Eine unkastrierte Hauskatze kann bis zu dreimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Das Gros der Kitten lebt auf der Straße, wo die Tiere verhungern, dem Straßenverkehr zum Opfer fallen oder auf andere Weise getötet werden. Hier wird unnötiges Tierleid verursacht, das durch die Kastration von Katern und Katzen verhindert werden kann“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde Beelen weiter. Als erste Kommune im Kreis Warendorf hat Ennigerloh die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen vor zwei Jahren eingeführt. Als Ansprechpartnerin wird Christiane Schäfer, Leiterin des Mammut-Tierheims in Ahlen, genannt. Einen anderen Weg geht die Gemeinde Beelen mit den vom Rat zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln. Besitzer, die ihre Tiere freiwillige kastrieren lassen, werden finanziell unterstützt.

Die Gemeinde Beelen teilt die Voraussetzungen mit, unter denen eine Kastration von Katzen finanziell unterstützt werden kann.

Jeder Beelener Katzenbesitzer kann eine finanzielle Unterstützung für die Kastration seiner Hauskatze beantragen. Für eine weibliche Katze beträgt der Zuschuss 40 Euro, bei einem Kater 20 Euro. Da die Kastration von weiblichen Katzen teurer ist, wird sie mit einem höheren Betrag bezuschusst. Der gemeindliche Topf ist nicht groß, deshalb gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Ist das Budget ausgeschöpft, können keine weiteren Kastrationen unterstützt werden. Eine finanzielle Unterstützung für eine Katzenkastration kann nur rückwirkend erfolgen. Das bedeutet, dass die Katze bereits kastriert worden ist, wenn der Bürger einen Zuschuss bei der Gemeinde Beelen beantragen. Da diese Aktion in 2018 anläuft, darf die Rechnung nicht älter als vom 1. Januar 2018 sein.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Kastrations-Zuschuss erfüllt werden?

Die Katze ist tätowiert oder mit einem Mikrochip ausgestattet Das dient der Identifizierung des Tieres und eindeutiger Zuordnung zu seinem Besitzer. Die Katze ist beim Verein Tasso oder einem anderen Suchdienst registriert Das ist wichtig für die Wiederfindbarkeit eines Tiers und schützt gegen Missbrauch. Die Registrierung bei Tasso ist kostenfrei. Eine Tierarztrechnung für eine bereits erfolgte Kastration liegt vor. Die Rechnung darf nicht älter als vom 1. Januar 2018 sein. Pro Haushalt in Beelen wird eine Katzen-Kastrationen unterstützt.

Warum unterstützt die Gemeinde Beelen die Kastration?

Immer mehr Tierschutzorganisationen setzen sich für eine flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für die Samtpfoten ein. Die Gemeinde Beelen verfügt nicht über eine Katzenschutzverordnung, somit gibt es keine Rechtsgrundlage, auf deren Basis Katzenhalter in Beelen zur Kastration verpflichtet werden können. Mit der Aktion „Beelen unterstützt Katzen-Kastrationen“ möchte die Gemeinde ausdrücklich an Halter appellieren, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Auch die in Beelen ansässigen Tierärztinnen setzen sich aktiv für die Kastration von Katzen ein. Hierin sehen sie den einzigen gangbaren Weg, für einen erfolgreichen Kampf gegen die Katzen-Überpopulation.

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