Frauen im Regionalzug sexuell belästigt
Symbolfoto: gl
In Zügen auf der Strecke zwischen Warendorf und Rheda-Wiedenbrück haben sich jeweils in den Abendstunden Sexualdelikte zum Nachteil junger Frauen ereignet.
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Die Vorfälle ereigneten sich bereits am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche, 7. und 8. Oktober. Wie die Bundespolizei jetzt informierte, kam es am Mittwochabend gegen 21.45 Uhr zum ersten Delikt. Eine 20-Jährige stand auf dem Clarholzer Bahnhof und wartete auf den Zug. Als der einfuhr, hat ein junger Mann sie aus dem Zug heraus angestarrt und dabei deutlich sichtbar masturbiert, so die Beamten.

Zeuginnen griffen beim zweiten Vorfall ein

Einen Tag später kam es zu dem zweiten Vorfall. Ein Mann entblößte während der Fahrt sein erigiertes Glied und stellte sich masturbierend hinter eine 23-jährige Frau, die im Zug saß. Dabei berührte er die Frau nach Polizeiangaben mit seinem Penis an Wange, Ohr und Hinterkopf.

„Zwei junge Mitfahrerinnen griffen als Zeuginnen verbal ein“, schilderte Markus Heuer, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Münster. Trotz der Intervention der Mitfahrerinnen konnte der Kriminelle den Zug beim Halt am Bahnhof Beelen verlassen.

Polizei veröffentlich Täterbeschreibung

Die beiden jungen Frauen erstatteten bei der Bundespolizei Strafanzeige wegen sexueller Belästigung und sexueller Nötigung. Im Rahmen der Ermittlungen gibt die Polizei folgende Beschreibung des Manns bekannt: der etwa 25-Jährige wird als dunkelhaarig, schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. In beiden Fällen war er dunkel gekleidet, eventuell mit einem Camouflage-Sweatshirt. „Aufgrund der Personenbeschreibung und den jeweils gleichen Tatorten und Tatzeiten könnte es sich um ein und denselben Täter handeln“, so die Bundespolizei.

Warum hat die Bundespolizei nicht zeitnah über die sexuellen Übergriffe informiert? „Wir waren in den Tagen dazwischen in den Zügen präsent. Wir hatten gehofft, den Mann nochmal zu erwischen“, so Pressesprecher Heuer. Das sei leider ergebnislos geblieben. Daher setzen die Beamten jetzt auf Beobachtungen potenzieller Zeugen.

Gab es weitere Vorfälle?

„Wir schließen nicht aus, dass es mehrere Vorfälle dieser Art gab, die nicht zur Anzeige gebracht wurden“, so Heuer. Ob aus Schamgefühl oder anderen Gründen, vermag er nicht zu sagen. Daher sei es für die Bundespolizei wichtig, Hinweise zu möglichen weiteren sexuellen Übergriffen zu erhalten.

Die Bundespolizei sucht Zeugen, die Beobachtungen zu diesen oder gleichartigen Fällen in Zügen zwischen Wartendorf und Rheda-Wiedenbrück gemacht haben oder den Tatverdächtigen sogar kennen würden. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0800/6888000 entgegengenommen. Generell seien diese Delikte in Zügen „kein durchaus vollkommen unbekanntes Phänomen“ so Markus Heuer. Es kommt also vor. „Aber es gibt keine signifikante Häufung“, fügt er hinzu.

Zugbegleiter oder Polizei informieren

Sollte man als Zugfahrer so etwas beobachten, gelte es, zu reagieren. „Erster Ansprechpartner ist der Zugbegleiter“, sagt der Polizeipressesprecher. Der wisse, wie mit solchen Situationen umzugehen sei und kenne die nächstgelegene Polizeistation an den Bahnhöfen. Ist kein Zugbegleiter in der Nähe sollte immer der Notruf 110 gewählt werden, so Heuer.

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