13 Helfer aus der ganzen Welt in Enniger
Bild: Westhues
Einen neuen Zaun für die Kuhweide haben (v. l.) Hannah-Theresa Wappler, Sumin, Silvia, Dimitriji, Helfer Joachim Derschka und Chinatsa in Enniger bereits gesetzt. Die Helfer aus der ganzen Welt nehmen an einem Austauschprogramm teil und helfen beim Umzug des Laakenhofs.
Bild: Westhues

Für die Dauer von zwei Wochen unterstützen sie die Arbeiten des Biolandbetriebs im Rahmen eines Workcamps. Der Laakenhof befindet sich in einer herausfordernden Situation. Bis Oktober 2020 muss der Betrieb seine bisherige Hofstelle bei Neubeckum verlassen haben; rund vier Kilometer entfernt am künftigen Laakenhof vor den Toren Ennigers laufen die Aufbauarbeiten. Gleichzeitig geht das Tagesgeschäft weiter – und das nicht nur auf einem Hof, sondern auf beiden Höfen (jeweils etwa 35 Hektar).

Ziel: Kuhstall, Käserei und Hofladen aufbauen

Klar, dass die vier Mitglieder der GbR, die die Höfe betreibt, sich über jede helfende Hand freuen. „Wir müssen hier noch viel aufbauen: Kuhstall, Käserei, Hofladen“, fasst GbR-Mitglied Hannah-Theresa Wappler den aktuellen Stand der Dinge am Standort Enniger zusammen. Den Einsatz der 13 Helfer möglich gemacht hat der Verein ICJA Freiwilligenaustausch weltweit. Der sei eines Tages auf den Laakenhof zugekommen, schildert Jannik Schiller, der gemeinsam mit Kirsty Campbell die Gruppe als Teamer organisiert. „Die fanden das interessant wegen der ökologischen Landwirtschaft, die eine Kommune betreibt“, sagt er. Die Workcamp-Teilnehmer haben sich über Partner im Ausland beworben und sind anschließend nach Enniger vermittelt worden. Vor gut zehn Tagen sind die Helfer aus Mexiko, Südkorea, Japan, China, Frankreich, Italien, Spanien, Türkei und Serbien an ihrem Einsatzort aufgenommen worden.

Gemeinsam Alltag bewältigen

Ihre individuellen Erwartungen, die sie mit dem Aufenthalt auf dem Laakenhof verknüpfen, sind gemischt. Dennoch gibt es einen Konsens: Menschen aus anderen Kulturen kennenlernen möchten alle. Englisch verbessern, gemeinsam den Alltag bewältigen, Lebenserfahrungen sammeln, Spaß haben – das sind weitere Beweggründe, an dem Workcamp teilzunehmen. „Das ist eine andere Form des Herumkommens: Man lernt Leute anders kennen, wenn man mit ihnen arbeitet“, sagt Joachim Derschka, der das Workcamp begleitet. Und Jannik Schiller ergänzt: „Das macht man für sich selbst, das ist eine spannende Erfahrung.“

Zaun bereits gesetzt

Täglich um 9.30 Uhr beginnen die Arbeiten. Eine Handvoll Mitglieder des Vereins „Anders ackern“ unterstützt die Teilnehmer mit Fachverstand, leitet an und hilft ihnen auch hin und wieder. So soll ein Gewächshaus in Neubeckum ab- und in Enniger wieder aufgebaut werden. Ein Teil soll später mal als Wintergarten fungieren. Ein Wohnwagen, der direkt am Wohngebäude des Laakenhofs in Enniger steht, soll restauriert werden bei gleichzeitiger Bewohnung durch einige Helfer. Ferner benötigt die Kuhweide einen Zaun. Die Pfähle dafür haben die Helfer dieser Tage ins Erdreich gerammt.

Arbeit und Abenteuer

Was nun Priorität hat, der Spaß oder die Arbeit, dazu hat jeder Teilnehmer seine eigene Auffassung. „50:50“, meint einer, aber Arbeit könne auch Spaß machen. In jedem Fall sei es ein Abenteuer.

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