21-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt
Symbolbild: dpa
Zu einer Geldstrafe in Höhe von 1750 Euro ist ein Ennigerloher (21) verurteilt worden.
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Während der Vertreter der Staatsanwaltschaft von der Schuld des 21-Jährigen überzeugt war, erklärte der Ennigerloher zum Ende des Prozesses: „Ich bin trotzdem der Meinung, dass es keine Schlägerei gab.“

Bereits zum zweiten Mal musste der Ennigerloher jetzt auf der Anklagebank Platz nehmen. Beim Fortsetzungstermin wurde eine weitere Zeugin vernommen, um noch mehr Licht in die Vorkommnisse vom 5. Oktober vergangenen Jahres zu bringen. Damals soll der Angeklagte der Anklageschrift zufolge gegen 22.30 Uhr seinem 56-jährigen Nachbarn vor einem Mehrfamilienhaus mindestens einen Faustschlag ins Gesicht verpasst und so nicht nur die Lippe des Mannes verletzt, sondern auch dessen Zahnprothese und Stiftzähne beschädigt haben.

„Er ist ein sehr guter Nachbar. Ich verstehe nicht warum“

Die fraglichen Vorkommnisse vor der Tür des Mehrfamilienhauses habe sie nicht direkt mitbekommen, erklärte eine 53-jährige Pflegehelferin, die im Prozess als Zeugin aussagte. „Ich habe Lärm gehört“, berichtete sie dem Gericht. Zusammen mit ihrer 14-jährigen Tochter sei sie daraufhin nach unten gegangen und habe zwei ihrer Nachbarn gesehen – den 56-Jährigen „ohne Zähne und voller Blut“. Der Anblick sei schrecklich gewesen. Die Zeugin sagte aus, dass sie und ihre Tochter auf dem Boden nach den Zähnen gesucht und zwei gefunden hätten.

Warum es offensichtlich zu einer Auseinandersetzung gekommen war, vermochte die Pflegehelferin nicht zu sagen. „Er ist ein sehr guter Nachbar. Ich verstehe nicht warum“, sagte sie mit Blick auf den Angeklagten.

Schlägerei war wohl Provokation vorausgegangen

Die Richterin verurteilte den 21-jährigen Ennigerloher letztlich zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 35 Euro – insgesamt 1750 Euro. Dass es zu mindestens einem Faustschlag gekommen war, sah die Richterin als erwiesen an. Sie betonte in der Urteilsbegründung aber auch, dass dem Schlag sehr wahrscheinlich eine Provokation durch den 56-Jährigen vorausgegangen war. Der nämlich war zum fraglichen Zeitpunkt erheblich alkoholisiert. Eine später entnommene Blutprobe hatte einen Wert von 1,46 Promille ergeben.

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