Angeklagter legt Geständnis ab

Ausschlaggebend für das Geständnis,  das die Verteidigerin gestern vor der Dritten großen Strafkammer des Landgerichts Münster verlas, war wohl der Bericht des Bewährungshelfers des Angeklagten. Der hatte dem Gericht schriftlich ein Treffen am 3. März bestätigt – zu einem Zeitpunkt also, zu dem sich der Angeklagte nach eigener Aussage im Ausland aufgehalten haben will. Statt Zeugenvernehmungen standen nach dem Geständnis am Montag vor allem Fragen nach der Schuldfähigkeit, dem Drogenkonsum des Angeklagten und nach der angemessenen Strafe im Mittelpunkt.

Der 33-Jährige ist mehrfach vorbelastet und wurde unter anderem 2002 vom Münsteraner Landgericht wegen zwei Raubüberfällen auf einen Drogeriemarkt in Alverskirchen zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ab Januar 2010 habe er wieder mehrmals täglich Heroin konsumiert, berichtete der Angeklagte dem Gericht. Auch die 8770 Euro, die er bei den insgesamt vier Überfällen auf Tankstellen in Everswinkel, Ennigerloh und Warendorf erbeutet habe, seien in die Drogenbeschaffung geflossen.

Der Staatsanwalt beantragte in seinem Plädoyer eine Gesamthaftstrafe von achteinhalb Jahren. Eine Unterbringung in einer Therapieeinrichtung beantragte er ausdrücklich nicht.

Beides sah die Verteidigerin anders. Sie appellierte an das Gericht, dem Angeklagten die Chance einer Drogentherapie zu geben: „Wenn das Drogenproblem gelöst ist, erwarte ich keine weiteren Straftaten.“ Als Strafe hält sie drei Jahre Haft für angemessen. Das Urteil wird am kommenden Freitag verkündet.

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