Atmosphäre für Kreativität wichtig
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Der Balkon zählt zu Jana Luisa Aufderheides Lieblingsplätzen, um zu schreiben. Als Zwölfjährige hat die gebürtige Ennigerloherin mit ihrem ersten Roman begonnen, nun wurden zwei ihrer Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht.
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Immer wieder hole sie den Entwurf hervor, um sprachlich an Passagen zu feilen oder Inhalte zu ergänzen. Momentan konzentriert sie sich jedoch vor allem auf Kurzgeschichten. Zwei von ihnen wurden nun in Anthologien veröffentlicht.

Woher ihre Leidenschaft für Literatur stammt? „Mir wurde schon im Bauch meiner Mutter ‚Harry Potter‘ vorgelesen“, sagt sie und lacht. „Vielleicht hat mich das ja geprägt.“ Ebenso wie sie läsen auch ihre Eltern gern. „Das Schreiben ist bei mir irgendwann dazugekommen.“

Kurzgeschichten zu verfassen, fällt Jana Aufderheide leicht 

Kurzgeschichten zu verfassen, falle ihr leicht, betont die 22-Jährige, die in Bochum Germanistik und Erziehungswissenschaften studiert. „Vorausgesetzt, ich habe eine Idee.“ Ist diese gefunden, greift sie zu ihrem Laptop, beginnt mit dem Schreiben und hört erst dann wieder auf, wenn sie zufrieden ist. Ein Konzept macht sich die junge Autorin vorab nicht. „Das entwickelt sich während des Schreibprozesses.“

Um ihrer Kreativität freien Lauf lassen zu können, sollte für Jana Luisa Aufderheide vor allem eines stimmen: die Atmosphäre. „Ich arbeite an meinen Texten gern nachts“, sagt sie. Auch wenn sie „eigentlich überall“ schreiben könne, sitze sie am liebsten auf ihrem Bett oder dem Balkon, weniger am Schreibtisch. „Das verbinde ich mit Lernen.“ Dabei höre sie Musik. Diese sei – ebenso wie ihre Texte – häufig sehr emotional. „Ich stelle die Gefühle gern in den Mittelpunkt meiner Geschichten“, betont die 22-Jährige. „Es ist immer etwas Drama.“

Literarischer Stoff als Metapher für etwas Größeres

Und noch etwas ist ihr wichtig: „Mir gefällt es, wenn der literarische Stoff als Metapher für etwas Größeres steht.“ Wie zum Beispiel in ihrer Geschichte über Meerjungfrauen, durch die das Thema Überfischung in den Fokus rückt. Regelmäßig sucht die Germanistikstudentin im Internet nach literarischen Wettbewerben, die sie thematisch ansprechen. „Die größte Herausforderung bei Kurzgeschichten ist die Einhaltung der Zeichenbegrenzung“, sagt sie. Denn wie der Gattungsbegriff bereits vermuten lasse, sei der erlaubte Umfang in der Regel eng bemessen. „Die Geschichten müssen auf den Punkt sein.“ Unlängst hat die 22-Jährige zwei weitere Texte eingereicht, ein dritter ist in Planung. Könnte sein, dass sie sich bald über eine weitere Veröffentlichung freuen kann.

Die Anthologien, in denen Jana Luisa Aufderheides Kurzgeschichten erschienen sind, heißen „Glühende Herzen, Schockstarre und verlassene Limousinen – 41 Heldengeschichten“ (Schreiblust-Verlag) sowie „Meerjungfrauen – Das geheime Leben der Fabelwesen“ (Independent Bookworm).

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