Bäume voller Obst: Pflücken erlaubt
Bild: Rautenstrauch
Günther Hans von der Heinz-Reckendrees-Stiftung in Enniger ärgert sich, wenn reifes Obst verkommt. Er ist einer von wenigen, die das Straßenobst pflücken oder aufsammeln und verarbeiten.
Bild: Rautenstrauch

Dabei darf sich jeder an der im Volksmund genannten „Birnenbaumallee“ bedienen, wie Werner Wilbrandt, Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Ennigerloh, auf „Glocke“-Nachfrage bestätigt: „Die Bäume sind zum Pflücken freigegeben.“

Pflücken ausdrücklich erlaubt

Gleiches gilt für die Apfelbäume an der Bergstraße und am Merschweg in Ennigerloh, an der Domhoffstraße in Westkirchen, am Lieckenbrocker Weg in Ostenfelde und für die Birnbäume an den Wirtschaftswegen in der Ennigeraner Bauerschaft Pöling. Auch dort erlaubt die Stadt das Pflücken ausdrücklich: „Wir freuen uns, wenn das Obst nicht verkommt“, sagt Wilbrandt, der bereits Anrufe von Bürgern erhalten hat, die sich für das Obst am Straßenrand interessieren. Wer pflücken möchte, sollte aber Regeln beachten: Es sei erlaubt, sich mit einer Leiter oder einem Teleskop-Pflücker zu bedienen. Aber: „Der Verkehr darf aber nicht behindert werden“, betont Wilbrandt. In diesem Jahr sei die Ernte besonders ergiebig: „Die Äpfel sind zwar nicht groß, aber es gibt viele“, hat der Mitarbeiter des Bauhofs festgestellt.

Schätze vor der Haustür entdecken

Das kann Günther Hans bestätigen. Als Stellvertretender Vorsitzender der Heinz-Reckendrees-Stiftung ist er regelmäßig im fünf Hektar großen Ennigeraner Stiftungswald, um zu überprüfen, ob und wie sich die dort angepflanzten Bäume entwickeln. Auf zwei vor ein paar Jahren angelegten Streuobstwiesen wachsen vor allem alte Sorten. Die Früchte könne jeder pflücken. Er wolle aber nicht zum Plündern der Natur aufrufen, denn die Stiftung habe die Hege und Pflege von Bäumen im Blick. Obst in den Supermärkten stamme aus China oder Neuseeland, sagt Günther Hans. Die Stiftung wolle helfen, „die Schätze vor der Haustür wieder zu entdecken.“  Dieses Ziel habe die Stiftung auch mit dem Anlegen von Streuobstwiesen verfolgt. Eine davon – sie ist an der Wulfsbergstraße in Ennigerloh und im Besitz von Heidelberg-Cement – dürfe ebenfalls von Obstfreunden aufgesucht werden, erklärt Guido Schulte von Heidelberg-Cement auf Nachfrage.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“ auf der Ennigerloher Lokalseite.

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