Bürgerbus, Bahnlinie, Ladestationen
Archivfoto: Junker
Bei der Auftaktveranstaltung zum Mobilitätskonzept der Stadt Ennigerloh haben 34 Bürger erste Ideen eingebracht, wie die Mobilität verbessert und nachhaltiger gestaltet werden kann. Die Vorschläge reichen vom Bürgerbus bis zur Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke.
Archivfoto: Junker

Breiten Raum nahm bei der Auftaktveranstaltung zum Mobilitätskonzept der Radverkehr ein. Monika Kullmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Enniger und Jörg Wehling vom Arbeitskreis Dorfentwicklung Ostenfelde vermissten unter anderem Ladestationen für Elektroräder. „Diese gehören auch in die Ortsteile“, sagte Wehling. 

Einsparung von Treibhausgasemmissionen ein erklärtes Ziel

Heinz-Josef Heuckmann aus Ennigerloh wünscht sich, dass Radwege künftig aus Sicht von Radfahrern geplant werden statt aus Sicht der Autofahrer. Für Norbert Kramer gehört der Radverkehr auf die Straße. „Gemeinschaftswege mit Fußgängern funktionieren nicht.“ 

Fabian Wagner von der energielenker projects GmbH, die die Stadt bei der Konzepterstellung unterstützt, erklärte, dass die Einsparung von Treibhausgasemmissionen ein erklärtes Ziel sei. Nach dem Flugverkehr würden die höchsten Emmissionen im motorischen Individualverkehr gemessen. 

Bei der Einsparung helfen kann der ÖPNV. Hier ermittelten die Arbeitsgruppen allerdings einige Schwächen. Die Anbindungen an das Oberzentrum Münster beispielsweise oder an die umliegenden Gemeinden wurden zwar positiv bewertet – schlecht dagegen die Anbindung der Ortsteile und innerhalb Ennigerlohs an den ÖPNV, besonders zu den Randzeiten. Zudem zählten die Teilnehmenden schlecht abgestimmte Fahrpläne (Westkirchen) und zu hohe Ticketpreise auf. Als Verbesserungsvorschläge nannten sie unter anderem die Einrichtung eines Bürgerbusses, die Reaktivierung der Bahnlinie und die Anbindung aller Ortsteile an die Schiene sowie eine bessere Verknüpfung von ÖPNV und Radverkehr. 

Lülf: Mobilität im ländlichen Raum von großer Bedeutung

Gerade im ländlichen Raum sei Mobilität von großer Bedeutung, sagte Bürgermeister Berthold Lülf. Er betonte, dass bei der Erstellung des Mobilitätskonzepts „die Menschen nicht aus den Augen verloren werden“. Mit der Veranstaltung wolle die Verwaltung den Startschuss für weitere Bürgerbeteiligungen geben. Der Arbeitsplan beinhaltet Projektleiter Wagner zufolge unter anderem drei Workshops, deren Termine noch mitgeteilt werden. Für ihn war der Abend ein „Experiment in kleinen Gruppen“, das man fortführen könne. Schon jetzt sei das Ergebnis sehenswert, sagte Martin Sasse, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Er hofft, dass sich weitere Bürger beteiligen. „Je mehr mitmachen, desto reichhaltiger wird das Portfolio, aus dem man schöpfen kann.“

SOCIAL BOOKMARKS